Parlamentswahl Japan von

Wahlverlierer Noda

Bittere Niederlage für Premier: 300 von 480 Sitzen gehen an die oppositionelle LDP

Japans Premier Yoshihiko Noda © Bild: APA/EPA/Franck Robichon

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Japan hat die Demokratische Partei (DPJ) von Regierungschef Yoshihiko Noda ersten Prognosen zufolge eine klare Niederlage erlitten. Die Liberaldemokraten (LDP) des früheren Ministerpräsidenten Shinzo Abe hätten bei dem Urnengang am Sonntag bis zu 310 der 480 Parlamentssitze errungen, berichteten mehrere Fernsehsender nach Schließung der Wahllokale unter Berufung auf Nachwahlbefragungen.

Den Prognosen zufolge kam die DPJ nur auf 55 bis 77 Sitze. Die mit der LDP verbündete Komeito-Partei konnte den Nachwahlbefragungen zufolge mit 27 bis 35 Mandaten rechnen. Alle Sender waren sich einig, dass die LDP drei Jahre nach ihrer Abwahl an die Macht zurückkehren wird. Die LDP war in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg fast durchgehend an der Macht gewesen war.

Bei den Wahlen 2009 hatte die DPJ bei einem historischen Wahlsieg 308 Mandate errungen. Die DPJ-Regierung erfüllte aber auch nicht die in sie gesetzten Erwartungen und verfing sich wie ihre Vorgänger in internen Machtkämpfen und Affären. Die Legislaturperiode wurde vor allem geprägt durch die Tsunami- und Erdbebenkatastrophe von März 2011.

Japan kämpft mit einer Staatsverschuldung von mehr als 200 Prozent seiner Jahreswirtschaftsleistung (BIP). Im Wahlkampf war auch die künftige Energiepolitik ein großes Thema. Erstmals ging auch eine Anti-Atom-Partei an den Start.

Kommentare