Parlamentswahl in Frankreich von

Linkes Lager voran

Alle linken Parteien zusammen bei rund 47 Prozent - auch Hollande-Partei legt zu

Parlamentswahl in Frankreich - Linkes Lager voran © Bild: APA/EPA

Nach der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich zeichnet sich eine linke Mehrheit in der Nationalversammlung ab: Die Sozialisten mit ihrem neuen Präsidenten Francois Hollande konnten laut Hochrechnungen am Sonntag deutlich auf rund 35 Prozent zulegen, alle linken Parteien zusammen kamen auf rund 47 Prozent. Die konservative UMP und ihre Verbündeten fielen auf rund 35 Prozent zurück.

Die rechtsextreme Front National (FN) kam nach den Berechnungen von drei Instituten auf 13 bis 14 Prozent. Die UMP-Spitze hat eine Zusammenarbeit mit den Rechtsextremen ausgeschlossen. Hollandes Partei PS kommt laut ersten Hochrechnungen auf 275 bis 315 (der insgesamt 577) Sitze, wie der TV-Sender TF 1 berichtete. Zusammen mit den Sitzen der Grünen (12-16) und des Linksbündnisses Front de Gauche (13-18) erreicht die PS damit problemlos die absolute Mehrheit, die bei 289 Sitzen liegt. Die Linksfront vertritt allerdings deutlich radikalere Positionen. Nach den Hochrechnungen kämen die Sozialisten zusammen mit den Grünen und verbündeten Einzelkandidaten auf 287 bis 347 Sitze in der Nationalversammlung. Die konservativ-rechte UMP des abgewählten Präsidenten Sarkozy kam demnach nur auf 230 bis 270 Sitze.

Rund 46 Millionen Stimmberechtigte waren aufgerufen, in einer ersten Runde über die Zusammensetzung der Nationalversammlung zu entscheiden. Die Entscheidung über die genaue Zusammensetzung des Parlaments fällt bei der zweiten Runde der Parlamentswahl am kommenden Sonntag (17. Juni). Die Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang hatte am späten Sonntagnachmittag nur bei 48,31 Prozent gelegen, insgesamt rechnete das IFOP-Institut mit rund 60 Prozent.