Parlamentswahl in Frankreich von

Chance für extreme Rechte

Le Pen hofft auf Comeback: "Ein Abgeordneter wäre ein Sieg, zwei wären ein Triumph"

Parlamentswahl in Frankreich - Chance für extreme Rechte © Bild: APA/EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

In Frankreich haben die Parlamentswahlen begonnen und die extremen Rechten wittern ihre Chance. Nach ihrem überraschend guten Ergebnis bei der französischen Präsidentenwahl strebt die Chefin der rechtsextremen "Nationalen Front" (FN), Marine Le Pen, jetzt ein ähnlich erfolgreiches Abschneiden ihrer Partei an.

Le Pen, die als Präsidentschaftskandidatin auf 17,9 Prozent der Stimmen gekommen war, will erstmals seit 1986 (als ausnahmsweise das Verhältniswahlrecht zur Anwendung kam) wieder FN-Abgeordnete in die Nationalversammlung bringen. Das praktizierte Mehrheitswahlrecht gibt der extremen Rechten jedoch kaum eine Chance. "Ein Abgeordneter wäre ein Sieg, zwei wären ein Triumph!", meinte deshalb die FN-Chefin.

2002 und 2007 hatte die FN zwischen der Präsidenten- und der Parlamentswahl etwa fünf Prozentpunkte verloren. Laut Umfragen kann die rechtsextreme Partei nunmehr mit 14 bis 15 Prozent der Stimmen in der ersten Runde der Wahlen zur Nationalversammlung rechnen.

Niedrige Wahlbeteiligung
Bei der ersten Runde der Wahlen zur Nationalversammlung ist die Beteiligung gering. Bis zum Mittag hatten nach Angaben des Innenministeriums nur rund 21,1 Prozent der wahlberechtigten Franzosen im europäischen Kernland ihre Stimme abgegeben. Vor fünf Jahren waren es zur gleichen Zeit immerhin 22,6 Prozent gewesen.

Schon damals hatte die Wahlbeteiligung am Schluss nur bei 60 Prozent gelegen. Die Wahlbeteiligung in der zweiten Runde der Präsidentenwahl hatte bei rund 80 Prozent gelegen.

Fünf Wochen nach der Präsidentenwahl dürfen 46 Millionen Bürger entscheiden, wer in den kommenden fünf Jahren die 577 Sitze der ersten Parlamentskammer besetzt. Rund 6-600 Kandidaten haben sich in den Wahlkreisen zur Wahl gestellt.

Machtwechsel: Hollandes Partei laut Umfragen vorne
Umfragen zufolge dürfte es einen Machtwechsel von rechts nach links geben. Meinungsforscher sehen die Sozialistische Partei des neuen Präsidenten François Hollande vorn. Der bisher dominierenden UMP werden kaum Chancen auf die Mehrheit eingeräumt. Die konservativ-rechte Partei war zuletzt ganz auf den abgewählten Staatschef Nicolas Sarkozy ausgerichtet.

Das endgültige Ergebnis der Wahlen zur Nationalversammlung wird erst nach der zweiten Wahlrunde in einer Woche feststehen. Um bereits im ersten Wahlgang gewählt zu werden, brauchen die Kandidaten eine absolute Mehrheit in ihrem Wahlkreis. Dies schaffen die wenigsten. In den anderen Wahlkreisen gibt es am 17. Juni eine zweite Runde mit all jenen Kandidaten, die mindestens 12,5 Prozent der in einem Wahlkreis möglichen Stimmen erhielten.

Kommentare

\"rechtsextremen\" Aach Gottchen... rechtsextrem ist man doch heute schon wenn man jeden Morgen aufsteht um auf die Arbeit zu kommen, seine Steuern regelmässig bezahlt und keine Sozialleistungen bezieht.

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