Concept Car von

DS Divine - Citroens göttliches Auto

Französischer Autobauer lässt eine Legende mit großem Glanz wieder auferstehen

Concept Car - DS Divine - Citroens göttliches Auto © Bild: REUTERS/Benoit Tessier

Vor knapp 60 Jahren versetzte Citroen die Auto-Welt ins Staunen. Mit dem Modell DS gelang dem französischen Fahrzeugfabrikanten ein außergewöhnlicher Wurf. Die „Deesse“, die Göttliche“, war ob ihrer wunderschönen stromlinienförmigen Karosserie und technischer Finessen wie einer hydropneumatischen Federung ihrer Zeit voraus. Ein Mythos war geboren und prägte über 20 Jahre das Gesicht der Marke. Nun lässt Citroen die DS wieder auferstehen – als spektakuläres Concept Car.

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Nachdem sich Citroen durch 500.000 verkaufte Modelle mit dem Kürzel DS in den letzten vier Jahren bestärkt sieht, treten künftige DS-Ableger als eigenständige Marke ohne den Konzernnamen auf. Als Vorgeschmack lässt die Studie „DS Divine“ auf dem Pariser Autosalon schon einmal in die Zukunft blicken. Und was die Autofreunde dort erwartet, wird sie freuen.

© John van Hasselt/Corbis Citroen DS Divine in Paris

4,20 Meter lang, 1,98 Meter breit und gerade einmal 1,35 Meter hoch ist der Edel-Franzose, der sich vor den Besuchern der großen Motorschau in luxuriöser Eleganz gebärdet. Wie bei ihrem göttlichen Vorgänger sticht zuallererst die Linienführung hervor. Bullig, sportlich und doch sanft gezeichnet vermittelt der Wagen sofort Unverwechselbarkeit. „Wir wollten etwas Magisches schaffen“, betont Thierry Metroz, Verantwortlicher bei Citroen für das Styling der DS-Baureihe, und dürfte dabei Recht behalten.

© REUTERS/Benoit Tessier Citroen DS Divine

Swarovski wohin man blickt und blendet

Von vorne betrachtet, dominieren der üppige Kühlergrill unter dem DS-Logo sowie die schmalen, lang gezogenen Lichtschlitze. Die Scheinwerfer werden durch Lasertechnik sowie Swarovski-Kristalle befeuert und sollen 50% kräftiger scheinen als konventionelle LED-Leuchten. Alles natürlich exakt ausgerichtet, im Bedarfsfall gedimmt und bei Gegenverkehr automatisch abgeregelt.

Citroen DS Divine
© Werk Üppig, aber dennoch elegant: Der Kühlergrill der DS Divine

Hinten findet sich abermals das große Logo der Eigenmarke, diesmal unter einem schwarz abgesetzten Streifen, der an das Armband einer Uhr erinnert und die Heck-Partie vom Fenster trennt. Dieses ist mit rautenförmigen Paneelen verdeckt, die aufgeklappt werden können, während der Fahrt jedoch verschlossen bleiben. Für den Rückblick sorgt stattdessen ein Bildschirm im Cockpit. Abgerundet wird der schöne „Hintern“ von spitzen dreidimensional herausmodellierten LED-Leuchten.

Citroen DS Divine
© Werk Entzückendes Hinterteil

Die Qual der Wahl im Innenraum

Im Innenraum fühlt man sich endgültig in einer Pariser Nobel-Boutique angekommen. Drei Ausstattungslinien sollen drei verschiedene Lebenswelten widerspiegeln. „Male“ wirkt nüchtern und zurückhaltend und stellt mit Carbonfasern und viel Leder die männlichste Variante für fahrzeugzentrierte Kunden dar. „Parisienne Chic“ dagegen ist mit elfenbeinfarbenem Leder, Satin und Seide und kunstvoll bestickten Türverkleidungen mit Perlen und Swarovski-Kristallen deutlich verspielter. „Fatale Punk“ strahlt laut Citroen dunkler und glamouröser. Tiefes Schwarz und strukturiert aufgepolstertes Leder bestimmen das Bild, die abermals zahlreich eingesetzten Kristalle sollen hier an Piercings erinnern. Drei Ausstattungs-Varianten, die gemäß dem Hersteller in nur 15 Minuten ausgetauscht werden können. Getreu der Aussage von Thierry Metroz: “Die DS soll unsere Tradition zeigen und unsere Handwerkskunst.“

Citroen DS Divine
© Werk Auch auffällig: Das rechteckige Lenkrad

Angetrieben wird die „DS Divine“ übrigens von einem 1.6 THP-Benziner mit Direkteinspritzung, der bis zu 270 PS bei 6.000 U/min. schafft und aus dem Peugeot RCZ-R bekannt ist. Neu hingegen ist das holografische Display hinter dem Lenkrad, auf dem man die Fahrdaten abrufen kann. Obwohl Werte wie das maximale Drehmoment von 330 Nm und ein CO²-Ausstroß von 145 g/km allesamt wohl theoretischer Natur bleiben. Denn – und das ist der Nachteil der ganzen Geschichte – eine Serienproduktion ist nicht geplant. Immerhin sollen sich einige Details in künftigen Modellen wiederfinden. Das wäre dann wohl „göttliche“ Fügung.

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