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Paris-Attentäter Abdeslam
plante Anschlag in Brüssel

"Wir haben ihn": Mann wurde vier Monate nach Paris-Anschlag gefasst

Salah Abdeslam © Bild: 2016 Getty Images/APA/EPA/FRENCH MINISTRY OF THE INTERIOR/

Vier Monate nach den Terroranschlägen von Paris ist der mutmaßliche Hauptverdächtige Salah Abdeslam in Brüssel gefasst worden. Während sich der Islamist gegen seine Auslieferung nach Frankreich wehrt, werden immer mehr Details seines geplanten Anschlags in Brüssel bekannt.

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"Wir haben ihn", twitterte der belgische Einwanderungsminister Theo Francken am Freitagabend zu Abdeslams Festnahme. Der 26-jährige Franzose marokkanischer Abstammung soll eine Schlüsselrolle bei der Ausführung der Pariser Attentate gespielt haben. Abdeslam ist der Bruder eines der Pariser Selbstmordattentäter, die europäische Polizeibehörde Europol führte ihn auf ihrer Liste der meistgesuchten Personen. Abdeslam war nach den Anschlägen von Paris nach Belgien entkommen, auf dem Weg dorthin passierte er unbehelligt eine Polizeikontrolle. In Belgien fanden Ermittler dann im Dezember ein mögliches Versteck. Danach verlor sich seine Spur. Die Ermittler gehen davon aus, dass er zu einem der drei Killerkommandos vom 13. November gehörte. Seine genaue Rolle im Zusammenhang mit den Anschlägen ist bisher nicht bekannt.

Die Festnahme

Der Franzose wurde am späten Freitagnachmittag von Anti-Terror-Fahndern in der als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Gemeinde Molenbeek festgenommen, wo er einst aufwuchs. Während der etwa vierstündigen Razzia waren immer wieder Schüsse zu hören und nach den Festnahmen kam es zu zwei Explosionen. Bei dem Zugriff von Spezialkräften wurde er leicht am Bein verletzt, danach in eine nahe gelegene Klinik gebracht. Insgesamt nahmen die Ermittler nach eigenen Angaben fünf Verdächtige fest - darunter offenbar eine Familie, die Abdeslam Zuflucht gewährte.

Zwei Verdächtige konnten fliehen, ein dritter wurde von einem Scharfschützen getötet. Bei mindestens einen der Flüchtligen, handelt es sich um einen jener zwei Männer, die gut zwei Monate vor den Anschlägen mit Abdeslam in Ungarn waren. Sie wurden damals auf dem Weg nach Österreich kontrolliert. Einer der beiden wurde nun als der 24-jährige Najim Laachraoui identifiziert.

Auch Anschlag in Brüssel geplant

Nach der Behandlungs seines Beins im Krankenhaus wurde Abdeslam in ein Hochsicherheitsgefängnis nach Brügge gebracht. In ersten Vernehmungen am Samstag sagte er aus, er sei "bereit" gewesen, "etwas in Brüssel zu tun". Der 26-Jährige habe laut dem französischen Staatsanwalt Francois Molins unter anderem ausgesagt, dass er vorgehabt habe, sich beim Länderspiel Deutschland gegen Frankreich im Fußballstadion Stade de France in die Luft zu sprengen. In der letzten Minute habe er es sich aber anders überlegt.

Die Aussage Abdeslams "könnte die Wahrheit sein, denn wir haben bei den ersten Ermittlungen viele Waffen gefunden, schwere Waffen und ein neues Netzwerk um ihn herum in Brüssel", sagte der belgische Außenminister Didier Reynders.

Auslieferung nach Frankreich?

Nach der Vernehmung ist es zu Unstimmigkeiten gekommen. Nachdem Molins bekanntgegeben hatte, Abdeslam habe sich beim Länderspiel Deutschland - Frankreich in die Luft sprengen wollen, kündigte Abdeslams Anwalt eine Anzeige wegen Geheimnisverrats an.

Für Montagnachmittag ist eine Erklärung des französischen Staatsanwalts Francois Molins und seines belgischen Amtskollegen Frederic van Leeuw in Brüssel geplant.

Mit Abdeslam scheint nun der einzige Überlebende einer beispiellosen Terrorserie gefasst. Die anderen bisher bekannten Beteiligten der Anschläge auf den Musikklub "Bataclan" sowie mehrere Bars und Restaurants und am Stade de France sind tot. Bei den Attentaten waren 130 Menschen getötet worden. In Abdeslam sehen die französischen Behörden das noch fehlende Glied in der Terrorkette. Frankreich bitte nun um die Auslieferung von Abdeslam. Salah Abdeslam will sich nach Angaben seines Anwalts dagegen wehren.

Kommentare

Sie sind überall, diese islamistischen Terroristen, in fast jedem europäischen Land, zumeist ausgestattet mit einem europäischen Pass und Sozialhilfe. Falls der Daesh (IS) in Syrien/Irak besiegt werden sollte, wird der Kampf gegen die Ungläubigen in Europa mit ganzer Härte weitergehen. Wer die Tür einfach sperrangelweit offen lässt, muss damit rechnen, dass finstere Gestalten in sein Haus kommen.

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Der Rechtsstaat ist im Umgang mit solchen Schwerverbrechern gefesselt. Man sieht es in Norwegen: ein Massenmörder beschwert sich wegen der Haftbedingungen; die Menschenrechts-Konvention sei nicht eingehalten. Der arme Verbrecher muss soooo leiden. Die Eltern der ermordeten Opfer zahlen mit ihren Steuergeldern den relativ bequemen Aufenthalt dieses Ungeheuers. Das fürchterliche Unheil, das er

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angerichtet hat, ist ihm keine Träne wert.
Bei Abdeslam wird es ähnlich sein. "Ungläubige" darf und soll man töten. Für sich selber verlangen sie menschliche Behandlung.
Der Rechtsstaat sollte für Terroristen, also Schwerverbrecher, ein Sonderstrafrecht einführen, dass die Todesstrafe ermöglicht. Die Gefahr von Befreiungsaktionen durch Geiselnahme ist m. E. zu groß.

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Sie beschreiben sehr treffend die Errungenschaften unser Rechtsstaatlichkeit, die mit einem paranoiden Verhalten immer mehr ausgehebelt wird. Das Beispiel Norwegen finde ich hervorragend. Die Gesellschaft hat sich von einem Wahnsinnigen nicht in Geiselhaft nehmen lassen, hat sich nicht spalten lassen, ist nicht der Paranoia verfallen, grundlegende Menschenrechte werden nicht angetastet......

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und daß selbst brutalste Massenmörder am Ende "erbärmliche Würstel" sind, hat man an Jörg Haiders Freund Gaddafi gesehen, der in seinem Erdloch ebenfalls um sein Lebens gewinselt hat, und justament zu dem Zeitpunkt wo es um seine eigene Haut ging, eine komplett andere Einstellung entwickelt hat. Meiner persönlichen Meinung nach, könnte man mit diesen Menschen ganz andere Sachen machen, aber...

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wir sollten diesen Bestien, nicht noch im Nachgang die Möglichkeit einräumen, daß wir ihretwegen unsere eigenen Werte verraten und verkaufen, und uns gesellschaftlich genau dorthin begeben, wo diese Banditen es haben wollen.

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Ja, das ist alles richtig. Dennoch die Frage: Wie geht man vor, wenn die Verbrecherbande IS beispielsweise die Kinder einer Schulklasse als Geiseln nimmt, um den inhaftierten Verbrecher
freizupressen?
Ist es das Notwehrrecht eines demokratischen Staates, einen Massenmörder nach kurzem Prozess zu exekutieren, um solche Erpressungen durch Geiselnahme zu verhindern?

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