Paralympics wurden in Peking feierlich eröffnet: Spektakuläre dreistündige Show

6.000 Mitwirkende bei Eröffnungsfeier im "Vogelnest" 4.000 Athleten & Athletinnen nehmen an Spielen teil

Paralympics wurden in Peking feierlich eröffnet: Spektakuläre dreistündige Show

Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao hat die 13. Paralympics eröffnet. Mit den Worten "Ich erkläre die Paralympischen Spiele von Peking für eröffnet" gab er im mit 91.000 Zuschauern gefüllten Nationalstadion "Vogelnest" den Startschuss zum größten Sportereignis der Behinderten, das bis zum 17. September dauert.

Mehr als 4.000 Athletinnen und Athleten und deren Betreuer nahmen an der Eröffnungszeremonie teil. Österreich mit Fahnenträger Christoph Etzlstorfer an der Spitze war als 130. von 161 Nationen an der Reihe.

Spektakuläre Show
Im Mittelpunkt der spektakulären dreistündigen Show stand eine Bühne mit einem Durchmesser von 72 Metern, die eine weiße Jadeplatte als Symbol für die Erde darstellen sollte. 6.000 Mitwirkende interpretierten die Idee der Gastgeber, dass "alles Leben einen Wert hat, alles Leben seine Würde und alles Leben seinen Traum hat".

Im Gegensatz zu früheren Gastgebern unternimmt Peking nicht weniger Anstrengungen für die Paralympics: Die massiven Fahrverbote für die Hälfte aller Autos, die je nach Nummernschild nur an geraden oder ungeraden Tagen fahren dürfen, sind weiter in Kraft. Auch die Fabriken und Kraftwerke dürfen ihre Produktion noch nicht wieder hochfahren. Statt der sonst chronisch verstopften Straßen und schlimmen Luftverschmutzung in Peking erleben die mehr als 4.000 Athleten und die 17 Millionen Bewohner der Hauptstadt weiter saubere Luft und fließenden Verkehr.

China will wieder Nummer eins sein
Wie bei Olympia, als sich China vor die USA an die Spitze der Goldmedaillen-Wertung geschoben hat, greift der Gastgeber mit seiner bisher größten Mannschaft von 332 Athleten auch bei den Paralympics wieder nach Platz eins im Medaillenspiegel. Rund zwei Drittel der chinesischen Athleten sind erstmals dabei. Schon vor vier Jahren in Athen stand China erstmals ganz oben in der Medaillenwertung. Chinas Stärken liegen in der Leichtathletik, im Schwimmen, Tischtennis und Gewichtheben.

Doch China ist nicht allein auf Medaillen aus, sondern will ähnlich auch bei den Behindertenspielen wieder seine Gastfreundschaft und Weltoffenheit demonstrieren. Die Spiele sollen den Austausch mit ausländischen Athleten fördern und die Anliegen der 83 Millionen Behinderten in China voranbringen.

Für Paralympics gerüstet
Mit einer Flotte von 70 Behindertentaxis, die eigens aus England importiert wurden, Rampen und Aufzügen für Rollstuhlfahrer oder flachen Bordsteinkanten hat sich Chinas Hauptstadt auf die Paralympics eingestellt. Um 60 Touristenziele besser zugänglich zu machen, hat die Stadt 67 Millionen Yuan (6,7 Millionen Euro) ausgegeben. Das bekannteste Peking-Enten-Restaurant Quanjude bietet sogar Speisekarten in Braille-Blindenschrift an.

"Der Zugang für Behinderte in Peking ist absolut fantastisch", lobte der Vorsitzende des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Sir Philip Craven. Mehr müsse noch getan werden, um die Gesellschaft und die Medien aufzuklären und Vorurteile über Körperbehinderte abzubauen. In einem Entwicklungsland wie China hätten viele Menschen noch nie etwas über die Paralympics gehört oder gesehen, wie Behinderte Leistungssport betrieben, sagte der IPC-Chef.

"Wir alle erwarten, dass diese Spiele ein neues Kapitel in der Geschichte und Entwicklung der paralympischen Bewegung aufschlagen werden", sagte Sir Philip, der den chinesischen Organisatoren seinen Dank aussprach: "Kein Zweifel, wir haben schon heute den gleichen Glanz gesehen, den sie uns versprochen haben."

(apa/red)