Selbstjustiz von

Sektenführer gelyncht und kastriert

Etwa 80 Männer haben Steven Tari auf Papua-Neuguinea gejagt und getötet

Krieger auf Papua-Neuguinea © Bild: Symbolbild: 2012 AFP/Getty Images

Ein als "Schwarzer Jesus" bekannter Sektenguru ist auf Papua-Neuguinea von einem wütenden Mob gelyncht worden, nachdem er mehrere junge Mädchen als Opfergabe getötet hatte. Rund 80 Männer hätten den verurteilten Vergewaltiger und Sektenführer Steven Tari in einem abgelegenen Dorf in der Region Madang gejagt, getötet und kastriert, berichtete die Zeitung "The National" am Montag.

Tari war seit seinem Ausbruch aus dem Gefängnis im März auf der Flucht. Er war 2010 wegen der Vergewaltigung junger weiblicher Sektenmitglieder zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Zu der Zeit hatte er tausende Anhänger sowie eine Gruppe bewaffneter Leibwächter. In der Sekte soll Kannibalismus betrieben worden sein, zudem sollen immer wieder junge Frauen als Opfergabe getötet worden sein.

Dem Zeitungsbericht zufolge hatten Tari und einige Gefolgsleute in der vergangenen Woche erneut eine junge Frau ihrem Kult "geopfert". Die 15-Jährige wurde mit zahlreichen Stichwunden gefunden, hieß es unter Berufung auf einen örtlichen Polizeibeamten. Als die Sektenanhänger ein weiteres Mädchen töten wollten, wurden sie von Dorfbewohnern daran gehindert. Diese lynchten schließlich Tari.

Die Leiche des Sektenführers wies nach Angaben eines Krankenhausarztes zahlreiche Messerstiche auf. Der Tote sei in eine Wassergrube geworfen worden, aus der ihn die Polizei am Freitag barg.

Zahlreiche Kulte
Im Pazifikstaat Papua-Neuguinea nördlich von Australien gibt es verschiedene Kulte der schwarzen Magie, Hexerei und Kannibalismus. Im vergangenen Jahr nahm die Polizei in Madang dutzende Menschen fest, denen Kannibalismus vorgeworfen wurde. Sie sollen mindestens sieben Menschen getötet und deren Gehirne gegessen haben.

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