Papstbesuch in Mariazell im Herbst 2007: Anmeldung für Zählkarten hat begonnen

Sicherheit: Bekanntgabe von Name & Geburtsdatum Erfolgreiche Anmeldung garantiert Fixplatz in Autobus

Die Anmeldung für den Papstbesuch in Mariazell ist ab sofort möglich. Die Österreichische Bischofskonferenz hat auch weitere Programmdetails des Besuchs vom 7. bis 9. September bekannt gegeben. So wird Benedikt XVI. tausende ehrenamtliche Mitarbeiter der katholischen Kirche im Wiener Konzerthaus treffen, Bundespräsident Heinz Fischer wird den prominenten Gast schon bei der Ankunft am Flughafen begrüßen. Die Anreise von Wien nach Mariazell wird mit dem Helikopter erfolgen.

Paul Wuthe, Pressebeauftragter für den Papstbesuch, konnte auf Nachfrage nicht garantieren, dass man sich bis zum letzten Tag vor dem Papstbesuch noch anmelden könne. Zwar gebe es derzeit keine Beschränkung, ab einem "kritischen Punkt" werde die Ausgabe allerdings gestoppt. "Dann können wir auch sagen: Bitte jetzt keine Anmeldungen mehr." Ob es dann Mitte August noch die Möglichkeit dazu gebe: "Das glaube ich eher nicht."

Aus Sicherheitsgründen muss man bei der Anmeldung Name und Geburtsdatum angeben. Auch verdeckten Handel will man so vorbeugen. Die Registrierung ist sowohl im Internet unter der Adresse www.papstbesuch.at möglich, als auch in den verschiedenen Diözesen.

Verbunden mit einer erfolgreichen Anmeldung ist jedenfalls ein Fixplatz in einem Autobus. "Wer die Zählkarte hat, kann auch damit rechnen, dass er nach Mariazell kommt und auch wieder zurückkommt", so Wuthe. Dass diese am Hauptplatz von Mariazell parken werden, wird ausgeschlossen. "Auch die Busreisenden werden eine erträgliche Strecke zu Fuß pilgern." Von einer Anreise mit dem Privat-Auto wird abgeraten, da es auch keine Abstellmöglichkeiten geben werde.

Motto: "Auf Christus schauen"
Auch das Motto des Papstbesuchs in Österreich, "Auf Christus schauen", ist nun offiziell von Rom bestätigt worden. Der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari vermutet auch, dass sich Benedikt XVI. zum Thema Europa äußern werde. Ansonsten sei allerdings alles offen: "Auf die Frage, die mir öfter gestellt worden ist, was der Papst sagen werde, kann ich nur antworten: Er wird das sagen was er will."

Das Thema Europa und eine "gewisse kulturelle Ermüdung" sei ein besonderes Anliegen von Benedikt XVI., so Kapellari. "Ich denke schon, dass der Papst in Mariazell und Wien auf diesen Akzent hinweisen wird". Die Einstellung "Europa gebe ich nicht auf" sei auch ein Grund für die Wahl Kardinal Josef Ratzingers zum Papst gewesen, vermutet Kapellari. Das Motto des Papstbesuches ist inspiriert vom gleichnamigen Buch, das vor einigen Jahren von Kardinal Ratzinger veröffentlicht worden ist.

Ägidius Zsifkovics, Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, betonte, dass das Besuchsprogramm nur ein "vorläufiges" sei. Erst zwei Monate vor dem Termin werde es ein endgültiges Ja aus Rom geben. Allerdings: "Mit diesen Hypothesen und Vorschlägen arbeiten wir." So ist nun auch das Gebet mit Gläubigen am Platz Am Hof für Freitag, 7. September, sicherer geworden, ein Ort den bereits Pius VI. und Johannes Paul II. für Auftritte genutzt hatten. In der Hofburg soll Benedikt XVI. dann auch auf das "offizielle Österreich" treffen.

Vorläufiger Ablaufplan des Papst-Besuchs
Am Sonntag 9. September, dem Tag der Abreise, ist vorerst für 10 Uhr eine Heilige Messe im Stephansdom geplant, zu Mittag soll das Angelus-Gebet auf dem Stephansplatz folgen. Besondere Freude herrscht in der Bischofskonferenz über das Treffen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern der Kirche im Konzerthaus. Zsifkovics: "Hier soll auch die kirchliche und die Zivilgesellschaft zusammenwirken." Und: "Es sollen zumindest aus jeder Pfarrgemeinde vier Repräsentanten da sein." Auch der Besuch des Stiftes Heiligenkreuz wurde von der Bischofskonferenz bestätigt.

"In der Gesamtdramaturgie des Programms bildet der Samstag den Höhepunkt der Reise", so Zsifkovics zum Besuch des steirischen Wallfahrtsortes Mariazell, der am 8. September sein 850-Jahr-Jubiläum feiert. "Es ist ein Ort, geprägt von einer uralten benediktinischen Tradition", erzählte Pater Karl Schauer über die Beweggründe des Heiligen Vaters. Schauer erinnerte sich auch an den letzten Besuchs von Kardinal Josef Ratzinger im Jahr 2004: "Er hat die Kirche betreten und hat gesagt: 'Ich habe gar nicht gewusst, dass sie so schön ist'."

Die organisatorischen Hürden seien wesentlich größer als beim Besuch von Johannes Paul II. 1983, so Schauer. "Wir werden diesmal viel mehr Besucher haben." Trotzdem ist man gewappnet: "Wir sind erfinderisch genug, um solche Räume zu schaffen, um viele Leute unterzubringen."

Zuversicht verströmte auch Kapellari, der auch den Feierlichkeiten zu Benedikts 80. Geburtstag beiwohnen durfte, wenn er an den gesundheitlichen Zustand des Papstes denkt: "Gestern habe ich ihn am Petersplatz erlebt als einen unglaublich frisch wirkenden Menschen. Er hat nicht nur spirituell, sondern auch physisch jung gewirkt." (apa/red)