Papst-Wahl von

Apokalypse nach Konklave?

Nach der Weissagung eines irischen Bischofs wird Rom im nächsten Pontifikat zerstört

Der Weissagung eines irischen Bischofs zufolge wird Rom während des nächsten Pontifikats von einer Apokalypse heimgesucht. © Bild: REUTERS/Stefano Rellandini

Der Hype um den Maya-Kalender und den prophezeiten Weltuntergang ist zwar abgeklungen, dafür liefert jetzt eine alte Weissagung neuen Zündstoff für eine bevorstehende Apokalypse. Anlass ist die bevorstehende Papst-Wahl. Der "Weissagung" des irischen Mönchs und Bischofs Malachias zufolge werde während des nächsten Pontifikats Rom zerstört und ein "furchtbarer Richter wird sein Volk richten". Die Legende der Kirche von St. Paul vor den Mauern in Rom ist dahingehend nicht eindeutig: entweder werde die Welt untergehen, oder aber Christus auf die Erde zurückkehren.

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Die Malachias zugesagte Weissagung umfasst 112 Prophezeiungen für 112 Päpste. Die 112. und letzte Vorhersage betrifft jenen Papst, der im kommenden Konklave gewählt wird. Ihn bezeichnete Malachias der Überlieferung nach als "Petrus Romanus" (Peter, der Römer). Er werde von einer Muslimeninvasion zum Verlassen der Ewigen Stadt gezwungen, und im Exil einen qualvollen Tod sterben. Weiters werde die Stadt der sieben Hügel, Rom, zerstört werden. Die Bezeichnung "Peter, der Römer" passt allerdings auf keinen der zur Wahl stehenden Kardinäle. Lediglich der ghanesische Kardinal Peter Turkson hätte den passenden Vornamen.

Gefälschte Prophezeiung

Tatsächlich ist erwiesen, dass es sich bei der Weissagung um eine Fälschung handelt - um einen Versuch die Papstwahl im Jahr 1590 zu beeinflussen. Malachias lebte an sich im 12. Jahrhundert, die ihm in den Mund gelegten Prophezeiungen dürften aber von Alfonso Ceccarello stammen, dem Sekretär eines Kardinals. Er wollte damit offenbar dessen Chancen beim Konklave erhöhen.

Während sich manche der Prophezeiungen als falsch herausstellten, so sind manch andere überraschend akkurat. Johannes XXIII. (1958-63) beispielsweise wurde von Malachias als "Pastor et nauta" (Schäfer und Seefahrer) beschrieben, und tatsächlich war er vor seiner Wahl zum Papst Bischof der Seefahrermetropole Venedig.

Als ziemlich treffend erwies sich auch Malachias Beschreibung von Johannes Paul II.: Die Weissagung "De labore solis" ('Von der Mühsal der Sonne') wird dahin gehend gedeutet, dass Karol Wojtyla am 18. Mai 1920 während einer Sonnenfinsternis geboren wurde. Nicht nur die totale Sonnenfinsternis im August 1999 fiel in sein Pontifikat, auch am Tag seines Begräbnisses verdunkelte sich die Sonne über dem Pazifik zu einer totalen Sonnenfinsternis.

Weltuntergang verzögert

Auch eine weitere Legende hängt mit den 112 Päpsten von Malachias zusammen. In der Kirche St. Paul findet man ein Relief mit 112 Mosaik-Medaillons - ein Medaillon für jeden vergangenen und zukünftigen Pontifex. Dazu gibt es zwei unterschiedliche Überlieferungen für den Moment, in dem alle Medaillons belegt sind. Das wäre nach der bevorstehenden Wahl der Fall.

Eine Überlieferung besagt, dass die Welt untergehen werde. Eine andere jedoch spricht in diesem Falle von der Rückkehr Christus auf Erden. Um einen etwaigen Weltuntergang noch hinauszuschieben, wurden unter Johannes Paul II allerdings 25 weitere Rahmen angelegt. Ob die Apokalypse mit diesem Trick aufzuhalten ist?

Warten auf Datum des Konklaves

Unterdessen hält die Ungewissheit über den Beginn des Konklaves für die Wahl eines Nachfolgers von Papst Benedikt XVI. an. Im Vatikan werden am Freitag die Generalkongregationen für die Vorbereitung des Konklaves fortgesetzt.

Alle 115 Kardinäle, die sich am Konklave beteiligen, sind mittlerweile in Rom eingetroffen. Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn reiste bereits vergangene Woche nach Rom. Noch unklar ist, ob am Freitag das Datum des Konklaves bekannt gegeben wird oder ob die Kardinäle auch am Wochenende ihre Gespräche fortsetzen werden.

Kommentare

Mir wird scho ganz schwindlig von den ganzen Weltuntergängen.

Ignaz-Kutschnberger

interessanter Artikel... hierzu meine Prophezeiung : Den österl Frieden wird ein gebürtiger Tscheche verkünden...

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