Papst nimmt Rücktritt von Mixa an: Bischof wird auch sexueller Missbrauch vorgeworfen

Angeblich Seminaristen zum Saunabesuch eingeladen Anwalt dementiert Vorwürfe gegen seinen Mandanten

Papst nimmt Rücktritt von Mixa an: Bischof wird auch sexueller Missbrauch vorgeworfen © Bild: APA/EPA/Hildenbrand

Papst Benedikt XVI. hat das Rücktrittsgesuch des Augsburger Bischofs Walter Mixa angenommen. Das gab der Vatikan bekannt. Nach wochenlanger Kritik und Gewaltvorwürfen früherer Heimkinder hatte Mixa am 21. April seinen Rücktritt angeboten. Außerdem war bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft Ingolstadt Vorermittlungen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen Mixa eingeleitet hat.

Das Domkapitel muss nun einen Diözesanadministrator wählen, der bis zur Ernennung eines neuen Bischofs die laufenden Amtsgeschäfts leitet. Vor Abschluss aller Untersuchungen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen werde es keine weiteren Stellungnahmen zur Causa Mixa geben. Über die Zukunft des Bischofs könne erst nach Prüfung und Klärung der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen entschieden werden. Der Generalvikar der Diözese, Prälat Karlheinz Knebel, sagte: "Wir sind an einem Neuanfang, den wir gemeinsam versuchen müssen."

Dementi vom Anwalt
Inzwischen sind weitere Mixa belastende Details bekanntgeworden. So soll der 69-Jährige in seiner Zeit als Bischof von Eichstätt häufig junge Seminaristen des Priesterseminars "Collegium Willibaldinum" zu Saunabesuchen eingeladen haben, berichtet das Magazin "Der Spiegel" in seiner neuesten Nummer. Der Bischof war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen und ließ über seinen Augsburger Anwalt die Vorwürfe "mit aller Entschiedenheit" zurückweisen.

Fausthiebe und Stockschläge
Bischof Mixa hatte nach wochenlanger Kritik am 21. April dem Vatikan seinen Rücktritt angeboten. Ihm war zuvor in mehreren eidesstattlichen Versicherungen vorgeworfen worden, in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen (1975-1996) Heimkinder brutal mit der Faust und einem Stock geschlagen zu haben. Der Bischof hatte die Prügel-Vorwürfe zunächst geleugnet und erklärt, er versichere "reinen Herzens", niemals Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt zu haben. Später hatte er dann doch Schläge eingeräumt und für alle Fehlleistungen um Verzeihung gebeten.

(apa/red)