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Papst setzt sich für Müllsammler ein

Franziskus schickt eine Videobotschaft an die argentinischen "Cartoneros"

Papst Franziskus lobt die Müllsammler von Argentinien. © Bild: APA/EPA/CLAUDIO PERI / POOL

Papst Franziskus hat sich in einer Videobotschaft an die Müllsammler der Welt gewandt. Er zollte ihrer Arbeit Respekt, hob ihren Beitrag zur sauberen Umwelt und zum Recycling von Abfall hervor und warnte vor den Folgen einer Wegwerf-Kultur. "Schließlich werfen wir nicht nur Dinge einfach so weg, sondern auch Menschen", sagte der Papst laut Kathpress-Meldung vom Montag.

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"Wir dürfen uns heute nicht mehr den Luxus leisten, auf den Müll verächtlich herabzublicken", betonte der Papst in der Videoaufnahme, die bereits Anfang Dezember in einer Privataudienz entstanden war. Schließlich könnte man mit den Lebensmitteln, die weggeworfen werden, alle Hungrigen der Welt ernähren, so Franziskus weiter. Die Müllsammler würden hier viel an Bewusstseinsbildung leisten: Ihre notwendige Arbeit sei produktiv, ökologisch, würdevoll und vereine Menschen.

Argentinien: 30.000 Müllsammler

In Argentinien sichern rund 30.000 Menschen - viele davon sind Opfer der argentinischen Wirtschaftskrise - durch Müll- und Kartonsammeln ("Cartoneros") ihren Lebensunterhalt. Schon als Erzbischof von Buenos Aires hat sich Papst Franziskus mit dieser von Armut und Benachteiligung betroffenen Gruppe seines Heimatlandes solidarisiert und seit 2008 jährlich einen gemeinsamen Gottesdienst gefeiert, was auch sein Nachfolger, Erzbischof Mario Poli weiterführte.

Auch seit Beginn des Pontifikats hat Franziskus Mitglieder der Vereinigung der argentinischen Müllsammler mehrmals im Vatikan empfangen und lud auch 35 von ihnen zu sich auf die Bühne des Weltjugendtages in Rio de Janeiro. Zuletzt lud er einen Vertreter der Müllsammler-Vereinigung, Juan Grabois von der "Bewegung der vom Arbeitsmarkt ausgeschlossenen Arbeiter", als Referent für eine Vatikan-Konferenz zum Thema Armut am 15. Dezember ein.

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