Papst kritisierte "gekreuzigten Frosch":
Kunstwerk im Bozner Museion umstritten

Benedikt XVI.: "Religiösen Gefühle vieler verletzt" Künstler machte gerade Alkohol- und Drogenentzug

Papst kritisierte "gekreuzigten Frosch":
Kunstwerk im Bozner Museion umstritten © Bild: mazingazeta.wordpress.com

Der im Bozner Museion ausgestellte gekreuzigte Frosch des Künstlers Martin Kippenberger wird nicht abgehängt. Dafür hat sich der Stiftungsrat in einer Sitzung in Bozen entschieden. Zuletzt hatten sich Papst Benedikt XVI. und Italiens Kulturminister Sandro Bondi kritisch über das Kunstwerk geäußert.

Im Stiftungsrat hatte sich keine Mehrheit für das Abhängen gefunden. Der Frosch bleibt damit bis zum Ende der laufenden Ausstellung am 21. September zu sehen. Die Vertreter des Landes Südtirol hatten zuvor eine Entscheidung gefordert, die Abstimmung ging dann aber 6:3 zugunsten des Verbleibs aus.

Stiftungsrats-Präsident, Alois Lageder, äußerte die Hoffnung, dass das Kunstwerk zu keinen weiteren Polemiken mehr kommen werde. Lageder hatte mit seinem Rücktritt gedroht, sollte es zu einer vorzeitigen Abhängung des Kunstwerkes kommen. Antonio Lampis, ein Vertreter des Landes im Stiftungsrat, äußerte auf einer Pressekonferenz nach der Entscheidung des Stiftungsrates Zweifel, ob der vom SVP-Landtagsabgeordneten Franz Pahl nun vorgebrachte Brief, in dem angeblich Papst Benedikt XVI. zum Frosch Stellung genommen haben soll, auch tatsächlich vom Heiligen Vater stamme.

Pahl, der im Vorfeld des Papsturlaubs in Brixen in einen Hungerstreik getreten war, hatte ein Schreiben an den Heiligen Vater gerichtet. Wie in den vergangenen Tagen bekannt wurde, soll er bereits am 7. August ein Schreiben des Sekretär des Papstes erhalten haben, in dem der Heilige Vater zum Respekt vor dem Kreuz als christliches Symbol aufgefordert habe. Von der Landtagsfraktion Union für Südtirol waren 10.263 Unterschriften gegen das Kunstwerk gesammelt worden.

Ende Juli war das Kunstwerk vom Eingangsbereich in den dritten Stock "übersiedelt". Das Museion hoffte, dass damit die Diskussionen über das Kunstwerk beendet sein würden, die mittlerweile auch die Berichterstattung internationaler Medien beschäftigt.

(apa/red)