Papst Benedikt XVI. besucht die USA: Klare
Worte gegen pädophile Priester in Übersee

Benedikt: "Werden Pädophile absolut ausschließen." Bereits dritter Papst, der Vereinigte Staaten besucht

Papst Benedikt XVI. besucht die USA: Klare
Worte gegen pädophile Priester in Übersee © Bild: Reuters/Pignatelli

Papst Benedikt XVI. ist zu einem sechstägigen Besuch in die USA aufgebrochen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche verließ den römischen Flughafen Fiumicino mit einer Sondermaschine der italienischen Fluglinie Alitalia. In Washington wird er nach etwa zehnstündigem Flug von Präsident George W. Bush empfangen werden.

Anschließend fährt der Papst in die Apostolische Nuntiatur von Washington. Bis zum Donnerstag sind zahlreiche Treffen in der US-Hauptstadt geplant, bevor Benedikt nach New York weiterreist. Dort wird er vor Zehntausenden Menschen eine Messe im legendären Yankee-Baseballstadion zelebrieren.  

Als Höhepunkte der US-Visite Benedikts gelten eine Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York am Freitag und am Sonntag - kurz vor seinem Rückflug nach Rom - ein Gebet am Ground Zero, dem Ort der Terroranschläge vom 11. September 2001. Der Besuch einer Synagoge in Manhattan wurde zuletzt als weiterer Punkt ins Programm eingebaut. Heikle Themen des Besuchs dürften der Irakkrieg, die Todesstrafe, die Stammzellenforschung sowie sexueller Missbrauch durch Priester sein. Am Mittwoch (16. April), dem ersten offiziellen Tag seiner achten Auslandsreise, feiert Benedikt seinen 81. Geburtstag.

"Tief beschämt" über Pädophilie
Papst Benedikt XVI. hat sich vor seinem ersten Besuch in den USA "tief beschämt" über die Serie von Missbrauchsfällen pädophiler Priester gezeigt. Die römisch-katholische Kirche werde alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, damit es nie wieder zu solchen Kindesmissbräuchen durch Würdenträger komme, sagte der Pontifex auf seinem Flug nach Washington. "Wir werden Pädophile vom Heiligen Dienst absolut ausschließen."

Die römisch-katholische Kirche wird, insbesondere in den USA, seit Jahren von einer Serie von Missbrauchsfällen durch pädophile Priester erschüttert. Im Zuge der Enthüllungen zahlten Diözesen mehr als zwei Milliarden Dollar (1,264 Mrd. Euro) Schadenersatz an die Opfer; einige Ortskirchen gelangten damit an den Rand des finanziellen Ruins. Die Reise von Benedikt XVI. ist auch der erste USA-Besuch eines Papstes überhaupt seit Bekanntwerden des Pädophilen-Skandals.

Benedetto dritter Papst in USA
Der aus Bayern stammende Joseph Ratzinger ist der dritte Papst, der die USA besucht. Der katholischen Kirche gehört etwa ein Viertel der US-Bevölkerung an, von denen ein wachsender Teil aus lateinamerikanischen Einwandererfamilien stammt. Die Kirche ist in dem mehrheitlich protestantischen Land die größte christliche Einzelkonfession. (APA/red)