Papst Benedikt XVI. besucht die USA: Als Höhepunkt der Reise gilt Rede vor der UNO

Kein Gespräch mit Präsidentschaftskandidaten geplant Joseph Ratzinger feiert 3. Jahrestag seiner Papstwahl

Papst Benedikt XVI. besucht die USA: Als Höhepunkt der Reise gilt Rede vor der UNO © Bild: Reuters/Pignatelli

Papst Benedikt XVI. reist in die USA: Drei Jahre nach seiner Wahl besucht das Kirchenoberhaupt die politisch wie kirchlich wichtige Weltmacht USA. Öffentlicher Höhepunkt der fünftägigen Visite (15.-20. April) ist eine Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York sowie ein Gebet am "Ground Zero", dem Ort der Terroranschläge vom 11. September 2001.

Weitere Highlights sind Messen im Baseball-Stadion von Washington und im legendären Yankee-Stadion in New York. Zugleich gibt es für Joseph Ratzinger ganz persönlichen Anlass zum Feiern: Zum Auftakt des Besuchs am Mittwoch (16.4.), wenn US-Präsident George W. Bush ihn auf dem "südlichen Rasen" vor dem Weißen Haus begrüßt, wird der Papst 81 Jahre alt. Am Samstag (19.4.) ist er drei Jahre an der Spitze der katholischen Weltkirche mit mehr als einer Milliarde Gläubigen.

Kirche neu beleben
"Einen Frühling für die Kirche Amerikas", erhofft sich der Nuntius des Vatikans in den USA, Erzbischof Pietro Sambi, durch die Reise. Mit rund 70 Millionen Katholiken ist die Kirche in den USA eine der weltweit größten. Zugleich leidet sie nach wie vor an den Folgen des Skandals um sexuellen Missbrauch durch Priester. Es wird erwartet, dass sich Benedikt vor allem im Gespräch mit den rund 350 amerikanischen Bischöfen in Washington zu diesem Thema äußern wird. Es heißt, entgegen der sonstigen Gepflogenheiten des Vatikans soll das Treffen mit den Bischöfen für Medien zugänglich sein.

Politisch sensibler Zeitraum
Angesichts der derzeitigen Präsidentschaftsvorwahlen fällt der Besuch Benedikt in einen "politisch sensiblen Zeitraum". Es gilt als sicher, dass Benedikt Streitthemen wie seine Ablehnung des Irakkrieges sowie der Todesstrafe sowohl im Gespräch mit Bush als auch bei seinen öffentlichen Auftritten ansprechen wird. Weitere brisante politisch Themen sind etwa die embryonale Stammzellenforschung und die Familienpolitik. Allerdings werde sich der Besucher aus der innenpolitischen Auseinandersetzung der US-Vorwahlen strikt heraushalten, sagte der Nuntius. "Er wird keinesfalls mit einem der Präsidentschaftskandidaten sprechen."

Globalisierung, Armut und Umweltzerstörung
Eindeutiger politischer Höhepunkt der Reise ist die Rede am Freitag (18. April) im New Yorker Sitz der Vereinten Nationen. Neben dem Irak und die Krise im Nahen Osten dürfte der deutsche Papst vor allem zu den Themen der Globalisierung, der anhaltenden Armut in der Dritten Welt sowie zur Umweltzerstörung Stellung beziehen - zumal er offenbar in den kommenden Monaten eine Enzyklika zu diesen Themen veröffentlichen wird. Vatikan- Kardinal Renato Martino geht davon aus, dass Benedikt vor dem Weltforum das Engagement Roms zur Abschaffung der Todesstrafe unterstreichen wird. "Jede nicht vollzogene Todesstrafe ist ein Sieg des Menschen und des Lebens", gab der Leiter des Päpstlichen Friedensrates im Gespräch mit der Vatikan-Zeitung "Osservatore Romano" die Richtung an. (apa/red)