Papst Benedikt XVI. von

Enttäuschte Erwartungen

Kein Kommentar zu Missbrauchsskandal und kritischen Themen bei Heimatbesuch

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    Treffen mit Vertretern der Evangelischen Kirche in jenem Augustinerkloster in Erfurt, in dem der Reformator Luther vor rund 500 Jahren als Mönch gelebt hatte.

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    Für den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschland, Nikolaus Schneider, ein "sehr ernstes, tiefes und geschwisterliches" Treffen.

Enttäuschung nach dem ersten Tag des Papst-Besuchs in Berlind: Obwohl der Vatikan in den vergangenen Wochen immer wieder betont hatte, dass von der Reise des Papsts in seine deutsche Heimat keine Wunder zu erwarten seien, waren die Erwartungen an Benedikt XVI. vor seiner Ankunft groß. Zum Missbrauchsskandal, zur Ökumene und zum Ausschluss wiederverheirateter Geschiedener von der Kommunion - in vielen Bereichen wünschten sich Freunde und Kritiker des Oberhaupts der katholischen Kirche klärende Worte. Dieser Wunsch wurde zumindest am ersten Tag der Reise jedoch enttäuscht.

Bereits am Donnerstagmorgen äußerte sich Bundespräsident Christian Wulff beim Empfang des Papstes im Schloss Bellevue deutlich kritischer als erwartet, indem er heikle Fragen an die katholische Kirche formulierte. "Wie barmherzig geht sie mit Brüchen in den Lebensgeschichten von Menschen um?", wollte der in zweiter Ehe lebende Wulff zum Beispiel von Benedikt XVI. wissen - gemeint war der Ausschluss von nach einer Scheidung wiederverheirateter Katholiken von der Kommunion. Als Reaktion darauf wich der Papst zwar von seinem Redemanuskript ab und dankte Wulff für seine "in die Tiefe gehenden Begrüßungsworte". Dabei blieb es jedoch.

Keine Überraschungen
Auch aus den folgenden Treffen mit Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel drang nichts Überraschendes an die Öffentlichkeit. Die Rede im Deutschen Bundestag über das Verhältnis von Glauben und Vernunft schließlich glich eher einer wissenschaftlichen Vorlesung als einer Botschaft an die breite Bevölkerung. Auf drängende Fragen kritischer Zeitgenossen und verunsicherter Gläubiger ging Benedikt XVI. nicht ein.

Papst im Bundestag
Das Plenum hatte sich schon früh zu füllen begonnen. Als Benedikt XVI. in Begleitung Wulffs unter Applaus den Saal betrat, waren bei Grünen und SPD fast alle Plätze besetzt. Bei der Linksfraktion, wo viele Abgeordnete rote Aidsschleifen trugen, war allerdings nicht einmal die Hälfte der 76 Parlamentarier anwesend. Zu einer Panne kam es, als der Papst nach der Begrüßung durch Bundestagspräsident Norbert Lammert zum Präsidiumsbereich statt zum Rednerpult gehen wollte. Die protestantische CSU-Abgeordnete Marlene Mortler fand aber gerade dies "total menschlich". Zum Ende seiner Ansprache wünschte Benedikt XVI. den Parlamentariern ein "hörendes Herz und "die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden und so wahres Recht zu setzen". Die protestantische SPD-Abgeordnete Kerstin Griese sagte hinterher, sie hätte sich vom Papst im Gegenzug gewünscht, "dass er ein hörendes Herz gegenüber den Missbrauchsopfern zeigt".

Keine Worte zum Missbrauchsskandal
Die Frage bleibt, ob der Papst nun in den nächsten drei Tagen seines Deutschlandbesuchs den Missbrauchsskandal noch ansprechen wird. Im Flugzeug auf dem Weg nach Berlin hatte er vor Journalisten gesagt, er könne Menschen verstehen, die wegen des Skandals aus der Kirche austreten.

Papst-Gegner und Großmesse
Während tausende Menschen in der Berliner Innenstadt gegen den Papst demonstrierten, war bei seinem Einzug am Abend ins Olympiastadion nichts von einer negativen Stimmung gegen das Kirchenoberhaupt zu spüren. Vor seinem Großgottesdienst mit mehr als 70.000 Menschen reichten Gläubige ihm Babys zum Segnen in sein Papamobil - ganz so, wie es auch schon bei den ersten beiden Deutschlandreisen des Papstes 2005 und 2006 war.

Kommentare

lancelotaw melden

Er hat klar und deutlich gemacht - bereits vor Monaten ... Was er vom Missbrauch hält.

Es ist seine Aufgabe eine Weltkirche zu führen und nicht dauernd sich für etwas zu entschuldigen, wo er bereits klar Stellung bezogen hat!

Diesbezüglich muss es mal aus den Koepfen der Menschen, dass er als Deutscher nur für Austria und Germany zuständig ist und quasi uns Rechenschaft schuldig geblieben ist!

http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/letters/2010/documents/hf_ben-xvi_let_20100319_church-ireland_ge.html sowie http://www.tagesschau.de/korrespondenten/missbrauchkirche108.html

Also mal schoen ruhig bleiben und bei den Fakten!

Er hat sich klar Geäußert und Stellung bezogen!
Langsam hab ich das Gefuehl, dass es manchem hier aber gar nicht darum geht und ihm gleichzeitig nicht zugehört wird!

Zu Bananenbaiger sag ich nur radikaler HETZER!

lancelotaw melden

Re: Er hat klar und deutlich gemacht - bereits vor Monaten ... D: Papst trifft sich mit Opfern sexuellen Missbrauchs

Soviel zum Vorwurf er tut nix!

Einfach FALSCH und erstunken und ERLOGEN!!

So ein Vogel und 70k lauschen einem Leugner von Kindesmissbrauch.

Zitat:... trotz der Missbrauchsvorfälle der Kirche TREU bleiben...

Damit die Pfaffen Kerzerl auch anders verwenden können?

Diese "KIRCHE" ist eine Gruppierung von Schändern, da lauschen wir gerne deine Worte und denken uns

LEUGNER; LÜGNER: Rechtsverachter

Papst nur die kühnsten Optimisten hatten gehofft, dass der Papst die Missbrauchsfälle anspricht. Eher wird weiter vertuscht
und die Hände gefaltet.
Die Kirche hat in ihrer Geschichte genug am Kerbholz.

Ignaz-Kutschnberger

Liebes Oberhaupt der kath. Kirche Du solltest lieber weniger in der Weltgeschichte reisen... wie predigtst du doch immer...ora et labora!! Das empfehle ich dir ebenfalls! Mögest du noch lange unter uns weilen :-) Allerdings du weißt ja, wen Gott liebt, den ruft er bald zu sich :-) Das einzig gerechte auf diesem Planeten ist, dass wir alle ob Gut oder Böse über kurz oder lang ins Gras beißen müssen...ich bete aufrichtig zu Gott, dass sich derlei nie ändern möge und möchte an dieser Stelle nur an Hexenverbrennungen und Kreuzzüge erinnern :-)

Ivoir
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Vertreter von SPD, Grünen und Linken Gibt ja doch auch in Deutschland Politiker mit Rückgrat! Daumen Hoch!

Rollerfahrer melden

Re: Vertreter von SPD, Grünen und Linken wahrscheinlich gibt es dort keinen Klubzwang wie in Österreich.

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