"Da können Wunder passieren"

Erster Besuch seit Johannes Paul II. vor 14 Jahren. Vorfreude durch Festnahmen getrübt.

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Papst Benedikt XVI. - "Da können Wunder passieren"

14 Jahre nach seinem Vorgänger Johannes Paul II. ist es der erste Besuch des Papstes auf der Karibikinsel. Im Anschluss an seine Reise nach Mexiko will Benedikt XVI. drei Tage lang vom 26. bis 28. April den rund 6,5 Millionen Katholiken in Kuba einen Besuch abstatten. Zudem werden Katholiken aus aller Welt zu den zwei großen Messen in der Hauptstadt Havanna und in Santiago de Cuba erwartet.

"Auch wir Kubaner wissen, dass die Welt in diesen Tagen auf uns schaut", sagt die 60-jährige Miriam. Miriam, die ihren Nachnamen nicht nennen will, steht dem "neuen Papst", wie sie ihn nennt, eher skeptisch gegenüber, so wie viele Katholiken auf der Insel.

"Wir haben den Brief nicht vergessen", betont Miriam. Sie spielt damit auf eine 1984 von Joseph Ratzinger verfasste Glaubenskongregation an. Der heutige Papst hatte damals - mit dem Wohlwollen von Johannes Paul II., massiv die politischen Verhältnisse in kommunistischen Regimen kritisiert.

Volksferner Papst
Doch es ist nicht nur diese fast 20 Jahre alte Geschichte, die das Verhältnis zwischen Kuba und dem Vatikan trübt. Auch Benedikt XVI. kann bei den Menschen nicht besonders punkten. "Den anderen (Johannes Paul II.) mochten wir mehr, weil er nahe an den Menschen war." Zudem stößt die Fahrt im voraussichtlich geschlossenen Papa-Mobil auf keinerlei Verständnis. "Er soll nicht in seinem Glasgefäß kommen, er soll sich unter die Menschen begeben, sie segnen", kritisiert Miriam.

Offiziell ist dies in Kuba in diesen Tagen aber kein Thema. Die Medien berichten nur wenig über den anstehenden Besuch. Für die Katholiken sind Fernsehen, Radio und Zeitungen in diesem Fall jedoch ohnehin nicht wichtig, wie Miriam meint: "Die Informationen bekommen die Kubaner in den Kirchen."

Festnahmen vor Besuch
Nach Angaben der Opposition sind Dutzende Regierungskritiker vor dem Papstbesuch verhaftet worden. In Santiago de Cuba, wo der Papst heute seinen Besuch beginnt, seien in den vergangenen Tagen mindestens 70 Oppositionelle inhaftiert worden, erklärte das Kubanischen Komitee für Menschenrechte und Nationale Versöhnung am Sonntag. Unter den Festgenommenen seien rund 15 Angehörige der Bewegung "Damen in Weiß" (Damas de blanco), die für eine Befreiung politischer Häftlinge aus den kubanischen Gefängnissen kämpfen.

"Das Castro-Regime verstärkt seine Repression und Einschüchterung gegen friedliche Dissidenten, vor allem in der Provinz Santiago und in der Umgebung", sagte der Präsident des Kubanischen Komitees für Menschenrechte und Nationale Versöhnung, Elizardo Sanchez. Der frühere politische Häftling Jose Daniel Ferrer sagte der Nachrichtenagentur AFP, die kubanische Regierung wolle eine "totale Kontrolle" der Umgebung jener Orte, an denen der Papst Messen feiern werde. Es solle jeder Oppositionsprotest unterbunden werden.

Kritik an hohen Kosten
Auf der Straße wird bei den Kubanern unter der Hand sarkastisch bemerkt: "Die Leute sagen, der Papstbesuch kostet uns 20 Millionen Pesos (15 Millionen Euro), und ich habe nichts zu essen."

Trotz aller Kritik und Skepsis - zur Abschlussmesse am 28. März unter freiem Himmel auf dem Platz der Revolution werden Hunderttausende erwartet. Zuvor werden viele Tausende in einer gemeinsamen Prozession die Schutzpatronin Kubas zu dem Platz geleiten. Benedikt XVI. will sie bei der Messe segnen. Dies macht auch der kritischen Miriam Hoffnung: "Man weiß ja nie was passiert. Wenn der Papst kommt, können Wunder passieren."

Der Klang der Mariachis
In Mexiko überraschte Ratzinger noch mit einem abendlichen Ausflug. Er verließ am Sonntag das Colegio Miraflores in León, wo er übernachtete, setzte sich einen weißen Sombrero auf den Kopf und hörte begeistert den auf der Straße musizierenden Mariachis zu.

"Nie bin ich mit solcher Begeisterung empfangen worden", sagte Benedikt vor der jubelnden Menschenmenge. "Jetzt kann ich sagen, dass Mexiko immer in meinem Herzen bleiben wird. Seit vielen Jahren sind meine Gebete nach Mexiko gerichtet, und heute noch viel mehr." Danach segnete er die Menschen und verabschiedete sich mit der Bitte um Verständnis. Er müsse sich ausruhen und auf die Weiterreise nach Kuba am Montag vorbereiten.

Kommentare

Peinlich... ..also sein bayrischer Sager: "Wos san Kubaner, des sein ois Rindshaxen bei uns" ist eine weitere Peinlichkeit für das ohnehin ramponierte Image der katholischen Kirche, man fragt sich ob der wirklich noch Bene, ich mein richtig tickt.

Papst in Kuba wer braucht den opa....schade um das Geld was des alles kostet.
Der Sektenführer beim Fidel...ein tolles Pärchen!

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