Papst Benedikt XVI. von

Fall könnte Schule machen

Kirchenhistoriker glaubt, dass auch künftige Päpste freiwillig zurücktreten könnten

Papst Benedikt XVI. tritt zurück © Bild: aüa/dpa/Weißbrod

Der Kirchengeschichtsprofessor Rupert Klieber von der katholisch-theologischen Fakultät Wien sieht im Rücktritt von Papst Benedikt XVI. einen "Präzedenzfall, den es in der jüngeren Kirchengeschichte noch nicht gegeben hat". Der Experte geht nun davon aus, dass die Vorgehensweise Schule machen wird und auch künftige Päpste ihr aufgrund körperlicher Schwäche zurücklegen könnten. Klieber vermutet zudem, dass Benedikt XVI. schon seit längerem an einen solchen Schritt gedacht haben könnte.

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Seit 1917 ist der Rücktritt eines Papstes kirchenrechtlich klar geregelt, Benedikt XVI. ist der erste, der davon Gebrauch macht. "Es wird wahrscheinlich üblich werden", vermutet Klieber. Überlegungen zu einem derartigen Schritt hätten schon mehrere Amtsvorgänger Benedikts geäußert. Rein formell betrachtet darf man Benedikt XVI. nach dem offiziellen Rücktritt übrigens Altbischof von Rom nennen.

In der Kirchengeschichte trat bisher ein einziger Papst, Coelestin V., freiwillig zurück, bestätigt auch Klieber. Gerade Papst Benedikt XVI. habe sich außergewöhnlich oft an dessen Grab in L'Aquila aufgehalten sei dort verharrt. "Er dürfte Rat gesucht haben", glaubt der Kirchenhistoriker.

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