Papandreou Parteichef der griechischen Sozialisten: Mit 60 % der Stimmen gewählt

Klarer Sieger verspricht den absoluten Neuanfang Kritik: Modernisten & Vorgänger ohne Versöhnung

Papandreou Parteichef der griechischen Sozialisten: Mit 60 % der Stimmen gewählt

Trotz der Niederlage bei der vorgezogenen Parlamentswahl vom September bleibt der griechische Oppositionsführer Ex-Außenminister Georgios Papandreou Parteichef der sozialistischen PASOK (Panhellenische Sozialistische Bewegung). Bei der Direktwahl durch Parteimitglieder und Sympathisanten erhielt der 54-Jährige eine klare Mehrheit von 60 Prozent der gültigen Stimmen. An der Abstimmung beteiligten sich mehr als 140.000 Bürger. Papandreou versprach einen "Neuanfang", der die PASOK 2011 zu einem Wahlsieg führen werde.

Papandreous wichtigster Herausforderer, der Abgeordnete und ehemalige Kulturminister Evangelos Venizelos (50), der auch von Papandreous Vorgänger Ex-Premier Kostas Simitis favorisiert wurde, erhielt 34 Prozent. Venizelos gratulierte Papandreou zur Wiederwahl. Ein dritter Kandidat, der ehemalige Generalsekretär der Partei, Kostas Skandalidis (54), kam auf nur 6,3 Prozent der Stimmen.

Papandreou will Wahl vorverlegen
"Dieses Ergebnis ist ein Mandat, das uns alle verpflichtet", sagte Papandreou in Athen. "Wir sind stolz, dass wir als politische Partei einen neuen Weg für mehr Demokratie beschritten haben." Turbulenzen in den Reihen der PASOK nach dem jüngsten Wahlsieg der regierenden konservativen "Neuen Demokratie" von Premier Kostas Karamanlis hatten Papandreou dazu veranlasst, die erst im Februar nächsten Jahres fällige Wahl des PASOK-Chefs vorzuverlegen.

Keine Versöhnung mit Modernisten
Seine innerparteilichen Kritiker warfen ihm unter anderem vor, dass es ihm nicht gelungen sei, eine dauerhafte Versöhnung zwischen den sogenannten Modernisten um seinen Vorgänger, den ehemaligen Ministerpräsidenten Simitis, und der "alten Garde" der Partei herbeizuführen.

Bei den Wahlen zum Parlament (Vouli) im September hatte die PASOK mit 38,1 Prozent der Stimmen und 102 der insgesamt 300 Mandate ihr schlechtestes Ergebnis seit 1981 verzeichnet, als der Parteigründer, Papandreous Vater Andreas, die Regierung übernahm. Andreas Papandreou regierte Griechenland von 1981 bis 1989 und danach wieder von 1993 bis 1996.

Georgios Papandreou ist seit Februar 2004 Vorsitzender der PASOK und seit 2006 auch Präsident der Sozialistischen Internationale (SI). Der Jurist und Soziologe hatte sich während seiner Amtszeit als Außenminister (1999-2004) mit der sogenannten "Erdbebendiplomatie" international einen Namen gemacht. Es gelang ihm damals, die "Erzfeinde" Türkei und Griechenland einander näher zu bringen. (APA/red)