Panik in Thailand & Indonesien: Gewaltige Wellen sorgen für Schrecken in Südostasien

Badeverbot und gesperrte Strände in Thailand Indonesien: Zahlreiche Häuser und Boote zerstört

Riesige Wellen haben in Indonesien und Thailand tausende Menschen in Angst und Panik versetzt. An den Touristenstränden von Bali in Indonesien und Phuket in Thailand wurde Badeverbot verhängt, nachdem teils mehr als fünf Meter hohe Wellen in die Küsten gekracht waren. In Indonesien wurden hunderte Fischerhütten und -boote weggerissen. Wie durch ein Wunder kam niemand ums Leben. Meteorologen machten starke Strömungen und eine ungewöhnliche Konstellation von Sonne und Mond verantwortlich.

Die unheimlichen Wellen rollten in Richtung Osten. Von den indonesischen Inseln Lombok und Flores wurden überflutete Strände gemeldet. Mindestens 150 Häuser wurden dort weggerissen, mehr als 1.000 Menschen mussten Schutz in höher gelegenen Gebieten suchen.

Bei vielen Menschen wurden ängstliche Erinnerungen an den verheerenden Tsunami mit mehr als 200.000 Toten vor gut zwei Jahren wach. "Die Straße, die direkt zum Strand führt, ist mehr als 20 Meter mit Sand überschwemmt", berichtete der deutsche Immobilienmakler Franky Gun aus Khao Lak in Thailand. Er hatte bei dem Tsunami seine Eltern und sein Haus verloren. "Da sind wieder die Gedanken: Was kommt da noch?", sagte er. Anders als beim Tsunami Weihnachten 2004 ist jetzt weder in Thailand noch auf Bali Hochsaison. Deshalb sind weniger Touristen da. Vor gut zwei Jahren kamen Hunderte ums Leben.

Die auf Booten an der Küste lebenden Moken, so genannte Seezigeuner, seien mit Kind und Habe schreiend die Straße hinaufgerannt und hätten Panik ausgelöst, berichtete Gun. Das Wasser habe den Strand mindestens 20, 30 Meter überschwemmt. Vor gut zwei Jahren waren seine Eltern aus Witten zum Weihnachtsbesuch da, als die Killerwelle heranrollte. Sie riss das Haus aus dem Fundament. Guns Eltern kamen ums Leben, und er selbst wurde wie durch ein Wunder an die Oberfläche gespült und überlebte, an eine Baumkrone gekrallt.

Auch auf Bali war das Wasser plötzlich und ohne Vorwarnung angestiegen. "Am Nachmittag erhob sich das Meer plötzlich", sagte Ayu, eine Empfangsdame des Ramada-Hotels am Strand von Kuta auf Bali, der dpa. "Wir haben unsere Gäste gewarnt und aufgefordert, den Strand zu verlassen. Es ist nichts passiert." Der Schaden entstand vor allem fernab den Touristenhochburgen an den Südstränden von Sumatra und Java. Über mehr als 2.000 Kilometer hatte sich das Meer dort aufgebäumt.

Tausende Menschen flohen in Panik auf höher gelegenes Terrain. Viele verbrachten die Nacht in Notunterkünften. Die Bilanz: Allein in der Provinz West-Java wurden mehr als 200 Häuser in Strandnähe weggespült. Die Bewohner der Küsten von Sumatra und Java haben traumatische Erinnerungen. Auf Sumatra starben mehr als 170.000 Menschen durch den Tsunami 2004, und eine kleinere Killerwelle riss vor der Südküste Javas erst im vergangenen Sommer 600 Menschen in den Tod. (apa/red)