Panasonic PT-AT 5000 von

Beamer-Comeback in 3D

Nach langer Pause meldet sich Panasonic mit dem PT-AT 5000 wieder zurück. Erfolgreich?

Panasonic PT-AT 5000 - Beamer-Comeback in 3D © Bild: Panasonic

Leistbares 3D scheint bei den Heimkinoprojektoren endgültig angekommen zu sein: Nachdem Sony schon mit dem HW 30 vorgeprescht ist, finden sich immer mehr Modelle in der 3.000-Euro-Preisklasse. So auch der Panasonic PT-AT-5000, mit dem das japanische Unternehmen nach fast zwei Jahren Pause ein neues Modell auf den Markt bringt. NEWS.AT hat sich angesehen, ob das Comeback von Panasonic auch gelungen ist.

Rein äußerlich fällt zunächst auf, dass der PT-AT 5000 als Vetreter der LCD-Fraktion extrem kompakt und somit auch hinsichtlich Aufstellung sehr flexibel ausgefallen ist. Das Design ist bis auf die schwarze Gehäusefarbe betont unauffällig und schlicht gehalten, die Optik im Gegensatz zu den Vorgängern asymmetrisch. Absolut vorbildlich ist Panasonic bei der Wahl der Anschlüsse: Gleich dreimal HDMI nach neuestem Standard, VGA-Port, Mehrkomponenten-Eingang, S-Video sowie einen Triggerausgang für (zusätzliche) 3D-Transmitter bietet kein anderes Gerät dieser Klasse.

Neben stereoskopischem 3D zählen vor allem "Detail Clarity", Cinemascope-Tauglichkeit und Frame Creation zu den Highlights des PT-AT 5000. Während hinter ersterem Begriff eine intelligente Bildschärfe-Steuerung steckt und mit Cinemascope das "wahre" (balkenfreie) 21:9 Kinoformat abgebildet werden kann, ermöglicht Frame Creation eine Zwischenbildberechnung für flüssigere Darstellung von Bewegungen. An der Ausstattungsliste gibt es definitiv nichts zu bemängeln.

3, 2, 1: Aufgestellt!
Die Installation des PT-AT 5000 geht prinzipiell erfreulich schnell vonstatten. Dank geringer Bautiefe fällt es nicht schwer ins Gewicht, einen rückwärtigen Mindestabstand von zehn Zentimetern zur Wand einzuhalten, um die Luftzufuhr für die Kühlung zu ermöglichen. Hat man sich an die etwas trägen Wege des fummeligen Lensshift-Joysticks gewöhnt, der rechts neben der Optik hinter einer Abdeckung versteckt ist, lässt sich die Linse an der Projektionsfläche ausrichten. Perfektionisten werden sich dennoch darüber ärgern, dass man das Bild gezwungenermaßen immer horizontal und vertikal justiert und es nicht möglich ist, beides getrennt voneinander zu bedienen. Immerhin: Fokus und Zoom lassen sich per kompakter Fernbedienung bequem elektrisch regulieren.

Sehr wertvoll ist auch der Umstand, dass man sich keine Gedanken um die Aufstellung eines 3D-Transmitters (zur Kommunikation mit den 3D-Brillen) machen muss. Dieser ist nämlich ganz ohne Kabelsalat direkt im Beamer verbaut und wird mit dem Mini-Joystick sogar parallel zur Linse auf die User ausgerichtet.

Komisches Brillenkonzept
Weit weniger überzeugend gelungen ist hingegen die Umsetzung der beigelegten 3D-Brille. Im Vergleich zur Konkurrenz bringt sie zwar deutlich weniger Gewicht auf die Waage, dafür ist das Sichtfeld aufgrund der ovalen Form der Brillengläser eingeschränkt und muss sich obendrein mit gelegentlichen Snychronisationsfehlern herumschlagen. Hier sollte in Zukunft definitiv stark nachgebessert werden.

Bild-Gourmets kommen auf ihre Kosten
Ein massiver Vorteil des PT-AT 5000 ist seine Vielseitigkeit. Dank des neu überarbeiteten Projektor-Menüs lassen sich schnell und effektiv Bildkorrekturen vornehmen, die ohnehin schon gute Werkseinstellungen als Ausgangspunkt haben. Perfektionisten schürfen ein bisschen unter der Oberfläche des Menüs und werden etwa mit Freude auf einen Bildabgleich stoßen, bei dem zunächst eine eingespielte Quelle doppelt nebeneinander angezeigt wird. Die linke Seite stellt den aktuellen "Ist-Zustand" dar, auf der rechten Seite werden zum Vergleich die gegenwärtig vorgenommenen Änderungen in Echtzeit angezeigt.

Lässt sich damit für 2D-Inhalte ein gestochen scharfes und farbkräftiges Bild auf die Leinwand bannen, das nur ein wenig mehr Schwarzwert vermissen lässt, holpert es noch bei der Wiedergabe von 3D-Material: Zwar stand aus der beispielhaften "Tool-Box" für 3D-Tuning der 3D-Monitor zur Verfügung, um das festgestellte Ghosting (Konturschatten) bei extremen Kontrastübergängen zu verringern, allerdings resultierte daraus eine geringere Räumlichkeit. Hier werden offensichtlich die Grenzen der Technologie aufgezeigt. Die Synchronisationsaussetzer wiederum legen nahe, dass der verbaute Transmitter möglicherweise doch nicht immer ausreicht und zusätzlich ein externer nötig wäre.

NEWS.AT-Fazit
Mit dem 5.000er hat Panasonic definitiv zur Konkurrenz aufgeschlossen, deutlich abheben kann er sich allerdings nicht: So präzise und farbgewaltig die Bildqualität von 2D-Inhalten dargestellt werden kann, so sehr hält sich die Freude bei 3D-Material noch in Grenzen. Das liegt gar nicht so sehr am typischen Helligkeitsmangel, der sogar angenehm selten auffällt, sondern viel mehr am Ghosting sowie den vereinzelten Synchronisationsaussetzern und dem eigenartigen Design der 3D-Brille. 3D bleibt also nüchtern betrachtet auch hier noch eine "Baustelle". Auch wenn die Werkseinstellungen des Geräts schon recht gut sind, empfiehlt es sich bei einer Anschaffung jedenfalls, sie mit den überwältigenden (und sinnvollen) Einstellungsmöglichkeiten zu perfektionieren. In Kombination mit der generellen Anwendungsflexibilität dieses Projektors ist es letztendlich nämlich auch genau diese Eigenschaft, mit der der PT-AT 5000 im Umfeld der Mitbewerber noch am stärksten hervorsticht.

Weiterführender Link:
Technische Daten (Englisch)