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"Ich bin eine verlorene Seele"

Im News-Interview plaudert die Blondine über Männer, das Alter und ihr neues Buch

Pamela Anderson © Bild: APA/CHRISTIAN ORT

Pamela Anderson kam diese Woche im Zuge der Fashion Night nach Wien. News sprach mit der legendären "Baywatch"-Blondine über ihr Buch "RAW", Blondinen-Klischees und die Angst, alleine alt zu werden.

Warum geht es in Ihrem Buch "RAW"?
Pamela Anderson: Es ist ein Buch, das man im Kaffeehaus lesen kann. Es besteht nämlich hauptsächlich aus Fotos. Emma hat es mit mir gemeinsam geschrieben und fotografiert. Sie begleitet mich seit zwanzig Jahren. Sie hat Bilder von mir gemacht als ich unterwegs war, als wir im Hotelzimmer Spaß hatten und Gläser zerbrochen haben und ich doofe Ohren auf meinem Kopf getragen habe. Es sind sehr lustige Bilder. Ich habe auch viele Gedichte von mir eingebaut und schreibe jeden Tag. Jedes Buch wirft dann 50 Cent für meine Pamela Anderson Foundation. Da geht es um Umwelt, Tiere und Menschen. Das Buch gibt einen witzigen Rückblick auf mein Leben.

Wie stellen Sie sich Ihr Leben mit 60 oder 70 vor?
Ich weiß nicht. Vielleicht auf einer Veranda im Süden Frankreichs. Ich liebe aber auch den Ort, an dem ich jetzt lebe. Meine Kinder sind glücklich am Strand. Aber ich sehe auch, dass ich älter werde und im hohen Alter sehe ich mich sicherlich woanders. Ich liebe es zu gärtnern und ich lerne gerne neue Dinge. Momentan mache ich einen Vegan-Kochkurs. Es gibt nur eine limitierte Anzahl an Lebensmitteln, die man dafür verwenden kann. Alter ist nur eine Illusion. Es geht nicht nur um Oberflächlichkeiten.

Haben Sie manchmal Angst alleine alt zu werden?
Ich habe doch Kinder und Hunde. Ich fühle mich jetzt sogar viel besser, seit ich Single bin. Ich bin einfach sehr glücklich im Moment.

Was machen Sie dann den ganzen Tag?
Ich schreibe viel. Eigentlich jeden Tag und habe viel mit meinen Organisationen zu tun. Außerdem muss ich jeden Tag mit meinen Teenager-Söhnen klarkommen. Der eine macht heuer seinen Abschluss und der andere im nächsten Jahr. Dann gehen sie an die Universität und das macht mich sehr emotional. Ich habe also genug zu tun.

Sie wurden durch Ihren Busen berühmt, haben ihn jetzt verkleinern lassen. Wie war das für Sie?
Ich mag meinen Körper so wie er ist und denke nicht, dass ich dadurch berühmt geworden bin. Ich war einfach eine Schauspielerin bei Baywatch und habe mich nicht in den Mittelpunkt gedrängt. Ich bin nicht interessiert daran, berühmt zu sein. Ich falle nicht in diese Kategorie. Ich bin nicht einfach berühmt wegen meinem Körper. Es geht mehr darum, was in mir drinnen passiert. Es geht um den Spirit. Man weiß nie warum man sich von Menschen angezogen fühlt, aber ich glaube es hat mehr damit zu tun wer man ist. Ich bin außerdem nicht so süß, wie die meisten anderen Frauen. Ich glaube, dass es meine tolle Persönlichkeit ist, die mich attraktiv macht.

Gibt es ein Blondinen-Klischee, das sie erfüllen?
Nein, aber ich glaube, dass es typisch für mich ist, dass ich überrasche. Menschen haben immer eine Erwartung von mir und dann komme ich und werfe sie wieder über den Haufen. Ich habe keine Erwartungen an die Menschen. Ich habe nichts zu verlieren.

Wünschen Sie sich manchmal, dass Männer Ihnen nicht mehr hinterhergaffen?
Nein, ich glaube, dass jede Frau das liebt.

Was zieht sie denn bei Männern an?
Die Probleme. Ich mag die Herausforderung, ich liebe interessante Seelen. Es gibt nichts romantischeres, als jemandem zu helfen oder jemandem Liebe zu geben, der vorher nicht viel Liebe bekommen hat. Meine Beziehungen sind zwar gescheitert, aber ich denke, dass ich trotzdem oft Erfolg hatte. Ich bereue keine einzige Beziehung.

Also kümmern Sie sich um verlorene Seelen?
Ich bin doch selbst eine verlorene Seele. Jeder hat Probleme und eine Vergangenheit. Man macht viele Fehler, aber auch aus einem guten Grund. Ich konnte viel aus meinen Fehlern lernen. Ich versuche es immer interessant zu halten.

Sie haben einmal einen offenen Brief, zum Thema „Legalisierung von Marijuana“ an Obama geschrieben – gab es da Reaktionen?
Ich schreibe eine Menge Briefe an die Regierung. Ich denke, das muss man machen. Ich schreibe über die ganzen Probleme, die es mit dem Tierschutz gibt und auch über andere Themen, die mich bewegen. Das habe ich von meiner Mutter, obwohl sie Kanadierin ist, beschäftigt sie sich sehr viel mit der amerikanischen Politik. Ich sage ihr immer nur, dass sie sich nicht aufregen darf. Mein Vater lässt sie kaum noch Nachrichten schauen, weil sie dann immer aufspringt und sich darüber beschwert. Sie ist wirklich lustig und sollte ihre eigene Show bekommen.

Warum wollten Sie, dass Marijuana legalisiert wird?
Schauen Sie was passiert, ich habe ihm geschrieben und war wohl unserer Zeit ein wenig voraus, aber jetzt tut sich auch wirklich was. Ich habe daran geglaubt, dass man es legalisieren sollte und ich finde es gut, dass es passiert. Ich rauche selbst nicht, weil ich es nicht brauche, aber ich denke, dass die Legalisierung den Menschen helfen wird. Ich habe es zwar einmal ausprobiert, aber ich mochte das Gefühl nicht, dass man davon bekommt. Ich finde eben einfach, dass jeder die Freiheit haben sollte selbst zu entscheiden.

Apropos Pflanzen – wie sind sie zur Veganerin geworden?
Ich wuchs mit einer Fleischdiät auf. Mein Vater war Jäger. Ich habe einfach gesehen, dass so vieles schied läuft. Wenn man sich den Prozess ansieht, wenn man sieht wie das Fleisch, das wir auf den Teller bekommen entsteht, dann ändert man seine Meinung. Ich kann kein Fleisch mehr essen. Ich finde, dass Österreich im Bereich Tierschutz wirklich tolle Arbeit leistet. Hier gibt es solche Probleme gar nicht so sehr. Ich mache jetzt auch eine Kochshow bei mir zu Hause, wo man sehen kann wie ich vegan koche.

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