Palais Pálffy in Wien mit traditionsreicher Geschichte und vielen Umbauten

Palais Pálffy in Wien mit traditionsreicher Geschichte und vielen Umbauten © Bild: bene

Einst als Wohnhaus von einem Grafen erbaut, dient das Palais Pálffy in Wien 200 Jahre später der OSCE als Amtssitz. Die wechselvolle Geschichte hat das Gesicht des Stadtpalastes verändert, nicht aber seinen Charakter.

Adel verpflichtet
Die unscheinbare Fassade trügt. Tatsächlich steht in der Wallnerstraße 6 einer der bedeutendsten klassizistischen Stadtpaläste Wiens. Eine detailbewusste Restaurierung lässt den Glanz vergangener Tage erstrahlen. Zugleich eröffnet der integrierte Neubau moderne Perspektiven. Heute, nach 14-jähriger Planungs- und Bauphase, dient das Palais Pálffy als Amtssitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSCE. Bene entwarf für diese außergewöhnliche Kombination aus Repräsentanz und hochmodernem Verwaltungszentrum unter anderem das Farb- und Möblierungskonzept.

Spiel mit Kontrasten
Vergangenheit und Gegenwart gehen im Palais Pálffy ein spannungsvolles Spiel der Kontraste ein, die sich dennoch in Harmonie vereinen. Die Wiener Architekten und Generalplaner Ablinger, Vedral und Partner wollten ein offenes Haus schaffen. Dafür wurde wertvolle Bausubstanz restauriert, weniger Wertvolles wich und gab den Weg frei für Licht und Luft.

Spiel mit dem Licht
Im Straßentrakt fanden sich unverfälschte Details, die aufwendig und originalgetreu instandgesetzt wurden. Auf den Prunk der Vergangenheit im Frontgebäude antwortet in den rückwärtigen Gebäuden moderne Architektur mit reduzierter Formensprache, die ihre Betonung in den Materialien Glas, Metall und Holz findet. So wurde der große Innenhof des Gebäudes freigelegt und an drei Seiten mit einer Glasfassade umschlossen, die natürlichem Licht keine Grenzen mehr setzt. Eine Cafeteria öffnet sich über große Schiebetüren dem Patio, der von Bambusbeeten, weißem Kies, Bassin und Holzterrasse gegliedert wird.

Spiel der Geschichte
Die Nähe zum kaiserlichen Hof suchend ließ sich Johann Graf Pálffy von Erdödy zwischen 1809 und 1813 den Stadtpalast als Familiensitz erbauen. Spätere Nutzer formten das Gebäude nach ihren Interessen: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts diente es als Bankgebäude, bis Ende der achtziger Jahre als Allgemeines Verwaltungsarchiv und schließlich als Verwaltungsakademie des Bundes. Die wechselvolle Geschichte hat im Laufe der Zeit viele Details der Innenausstattung verwischt, die ursprünglich im Empirestil entworfen worden war. Dennoch finden sich auch heute noch eindrucksvolle Zeugnisse des Reichtums, der einst dem Adelshaus innewohnte.

Spiel mit dem Schein
Böden und lebensgroße Figuren aus Marmor bereiten dem Besucher einen imposanten Empfang. Die Prunkräume der Beletage werden gerahmt von reichverzierten Öfen, Marmorkaminen, üppigem Stuck und wertvollen französischen Seidentapeten aus dem 18. Jahrhundert. Besonderer Blickfang: Die intarsierten Böden aus sieben verschiedenen Furnierhölzern. Die Farben von Eiche, Esche, Kirsche, Nuss, Palisander, Mahagoni und Ahorn täuschen ein Spiel von Licht und Schatten vor und geben dem Fußboden eine unwirkliche Tiefe. Die Fläche verliert sich in einem Muster aus Rauten, die eine Illusion der dritten Dimension erzeugen. Wie auf einem Gitter scheint der Besucher hier balancieren zu müssen. Einen sicheren Anker für das getäuschte Auge bieten da die weißen Tische der Arbeitsplätze, die die Säle auf den Boden der Wirklichkeit zurückholen.

Spiel mit den Farben
Bene, für Farb- und Möblierungskonzept des neu gestalteten Palais Pálffy zuständig, setzte bei der Wahl der Einrichtung bewusst auf Kontraste. Möbel, Farben und Oberflächen suchen die genussvolle Gegensätzlichkeit zum historischen Raum und schaffen so markante Inseln der Konzentration und Kommunikation. Dem Wunsch des Mieters, repräsentative Räumlichkeiten und hochmodernes Verwaltungszentrum zu verbinden, entsprach Bene bei der Einrichtung. Dabei konzentrierte sich der Komplettanbieter vor allem auf die Gestaltung der Management-, Konferenz- sowie informellen Kommunikationsbereiche. Arbeitsplätze entstehen aus dem System
T-Plattform, die auf jeder Etage einer individuellen Farbzusammenstellung folgen.

Spiel mit Funktionen
Elegant empfängt das Coffice Gäste und Mitarbeiter der weltweiten Organisation. In schwarz und rot laden bequeme Sessel und Sofas auf der Beletage zum informellen Austausch, zur Arbeit am Laptop oder einfach zum Relaxen vor dem Kamin. Große Konferenzen sowie kleine Besprechungen unterstützt der M_Com_Table, der mit dem Freischwinger Dexter eine anregende Einheit bildet. Der führende österreichische Gesamtausstatter entwarf für den Stadtpalast in Wien nicht nur das Farb- und Möblierungskonzept, sondern übernahm auch das Projektmanagement sowie die Organisation des Umzugs – ein gelungener Service für eine außergewöhnliche Architektur.

Quelle: Redaktion, bene