Palästinenser feuern Steine auf Israelis: Soldaten schießen über Grenze zurück

Drei Demonstranten getötet, mehrere verletzt Auch Todesopfer bei Demonstration auf Golanhöhen

Palästinenser feuern Steine auf Israelis: Soldaten schießen über Grenze zurück © Bild: Reuters

Eine Menge von Palästinensern hat im südlichen Libanon Absperrungen der libanesischen Armee durchbrochen und am Grenzzaun zu Israel Steine gegen israelische Soldaten geworfen. Die Israelis feuerten Tränengasgranaten und scharfe Munition auf die Demonstranten ab. Drei von ihnen wurden getötet und fünf weitere verletzt, wie Augenzeugen berichteten.

Sicherheitskreise sprachen sogar von vier Toten und elf Verletzten. Die Organisatoren brachen daraufhin die Kundgebung ab. Tausende Palästinenser aus libanesischen Flüchtlingslagern waren an die israelische Grenze bei Maroun al-Ras im Südlibanon geströmt. Sie forderten ein Ende der Besetzung palästinensischer Gebiete durch Israel und das Rückkehrrecht für geflohene und vertriebene Palästinenser und ihre Nachfahren.

Ein Toter bei Schießerei auf Golanhöhen
Zuvor war auf den Golanhöhen mindestens einen palästinensischen Demonstrant erschossen worden. Israelische Fernsehstationen gaben die Zahl der Toten mit bis zu vier an, nannten aber keine Quelle für die Information. Zudem soll es mehrere Verletzte geben. Auch am Kontrollpunkt Erez kam es am Sonntag zu gewaltsamen Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften, dabei wurden palästinensischen Krankenhausmitarbeitern zufolge mindestens 45 Demonstranten verletzt, im Westjordanland am Kontrollpunkt Qalandia fünf weitere.

Im Einsatzbereichs des Bundesheeres
Die Zusammenstöße auf den Golanhöhen haben im Einflussbereich des österreichischen Bataillons der UNO-Truppe stattgefunden. Das bestätigte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Michael Bauer. Bundesheertruppen seien jedoch nicht involviert und auch nicht Augenzeugen des Vorfalls gewesen, so Bauer. Eine kroatische Kompanie, die Teil des österreichischen Bataillons sei, habe bei Ausbruch der Kämpfe patrouilliert.

Auch in grenznahen libanesischen Ortschaften versammelten sich tausende Palästinenser, um der "Nakba" zu gedenken, wie die Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948 von den Palästinensern genannt wird. In der Folge der Staatsgründung flohen mehr als 760.000 Palästinenser oder wurden vertrieben.

(apa/red)