Pakistans Armee geht in die Offensive: Angriff gegen Taliban in Stammesgebieten

Militäroperation soll Truppen in Afghanistan stützen Islamische Organisationen als Ziel der Operation

Pakistans Armee geht in die Offensive: Angriff gegen Taliban in Stammesgebieten © Bild: EPA

Die pakistanischen Streitkräfte haben eine groß angelegte Offensive gegen islamistische Extremisten im Nordwesten des Landes begonnen. Das paramilitärische Grenzkorps solle im Stammesgebiet von Khyber bei Peshawar gegen die Taliban-Kämpfer vorgehen, sagte Generalmajor Athar Abbas. Erstes Ziel waren Verstecke der Kämpfer in den Bergen der Region Khyber.

Im Gebiet von Bara, das an Peshawar angrenzt, wurde ein 24-stündiges Ausgehverbot verhängt. Starke Truppenkontingente wurden in die Gegend verlegt. Soldaten blockierten die Hauptstraße nach Khyber. Die Krankenhäuser in Peshawar wurden nach Zeitungsberichten in Alarmbereitschaft versetzt.

Wichtige Nachschubrouten
Aus Militärkreisen verlautete, die Streitkräfte hätten einen Notfallplan erarbeitet, sollten die Extremisten versuchen, Peshawar anzugreifen. Das Khyber-Stammesgebiet ist auch eine wichtige Route für Nachschublieferungen an die internationalen Truppen im Nachbarland Afghanistan.

Ministerpräsident Yousouf Raza Gilani hielt sich am Samstag in Peshawar auf, der mit einer Million Einwohnern größten Stadt im Nordwesten von Pakistan. Sein Besuch hänge aber nicht mit der Militäroperation zusammen, hieß es offiziell.

Namdar als Ziel
Als wahrscheinliches Ziel der Offensive galt der Führer der Bewegung Laster und Tugend, Haji Namdar. Die Organisation wird verdächtigt, zahlreiche Anschläge auf die Koalitionstruppen in Afghanistan verübt zu haben. Namdar versucht, in der Region eine strenge Auslegung des Islams durchzusetzen. Er befindet sich allerdings im Konflikt mit Baitullah Mehsud, der als Taliban-Führer in Pakistan gilt.

Weiteres mögliches Ziel der Soldaten ist Menghal Bagh, dessen Anhänger Anschläge in Peshawar verübten. Namdars Gruppe erklärte, eine militärische Operation werde nur neue Probleme schaffen. "Wir sind bereit zu Gesprächen mit der Regierung", sagte ein Sprecher.

Die neue Regierung, die nach der Wahl im Februar an die Macht kam, unterstützt Verhandlungen mit den Taliban, um die Gewalt im Nordwesten Pakistans unter Kontrolle zu bekommen. Die westlichen Verbündeten des Landes befürchten allerdings, dass die Aufständischen so ihre Positionen im Grenzgebiet stärken könnten. (apa/red)