Pakistanisches Militär befreit Geiseln:
Aktion fordert mehrere Menschenleben

Extremisten überfielen Hauptquartier der Armee Drei Geiseln und zwei Soldaten bei Befreiung getötet

Pakistanisches Militär befreit Geiseln:
Aktion fordert mehrere Menschenleben © Bild: Reuters/Latif

Islamische Extremisten haben mit einem Angriff auf das Hauptquartier der Streitkräfte in Pakistan den Konflikt mit der Regierung weiter verschärft. Erst nach 22 Stunden konnten Elitesoldaten die Lage unter Kontrolle bringen. Die von den Extremisten festgehaltenen Geiseln konnten befreit werden. Insgesamt kamen mindestens 20 Menschen ums Leben. Die Regierung kündigte an, sie werde jetzt umso entschlossener eine Offensive gegen Extremisten in den Stammesregionen von Süd-Waziristan einleiten.

Neun bewaffnete Männer drangen durch das Haupttor in das militärische Hauptquartier in Rawalpindi ein, erschossen sechs Soldaten und verschanzten sich mit zahlreichen Geiseln. Sie hatten Armeeuniformen an und kamen in einem weißen Lieferwagen, der ein Kennzeichen der Armee gehabt haben soll. Der Militärexperte Kamran Bokhari sagte, all dies deute darauf hin, dass die Extremisten die Streitkräfte infiltriert haben könnten. Die Armee gerate offenbar zunehmend in die Defensive.

Geiseln befreit
Am Tag darauf stürmte ein Militärkommando das Gebäude, in dem sich die Angreifer verschanzt hielten. Neun Extremisten wurden erschossen, ihr Anführer wurde verhaftet. 42 Geiseln wurden befreit, doch kamen auch drei ums Leben. Auch zwei Elitesoldaten wurden bei der Befreiungsaktion getötet.

Der Angriff in der Garnisonsstadt Rawalpindi, nur wenige Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt, war der dritte schwere Anschlag innerhalb einer Woche. Zuvor kamen bei einem Selbstmordanschlag auf einem Markt in Peshawar 49 Menschen ums Leben. Davor wurden bei einem Bombenanschlag auf das Büro des Welternährungsprogramms (WFP) fünf Menschen getötet. (apa/red)