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Proteste nach gefilmter Exekution

Behörden nehmen Paramilitärs wegen Erschießung eines Studenten fest

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    Der 19-jährige Student Sarfraz Shah bettelt um sein Leben.

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    Die paramilitärische Grenztruppe "Rangers" bedroht den 19-Jährigen mit ihren Gewehren, der Student fleht um Gnade.

Paramilitärs durchsieben einen unbewaffneten 19-jährigen Studenten in Pakistan mit Gewehrkugeln, die Erschießung wird gefilmt - Nach heftigen Protesten haben die Behörden nun die vier Schützen festgenommen. Sie gehören der paramilitärischen Grenztruppe "Rangers" an, die auch Polizeiaufgaben wahrnimmt.

Der Vorfall hat sich in der Hafenmetropole Karachi ereignet. Wie die Zeitung "Daily News" am Sonntag berichtete, wurden die Männer der Justiz übergeben. Zwei weitere Paramilitärs sitzen bereits seit Freitag in Haft.

Fernsehsender in Pakistan hatten das am vergangenen Mittwoch aufgenommene Video ausgestrahlt und damit landesweit heftige Proteste ausgelöst. Es zeigt den Studenten Sarfaraz Shah, der mit erhobenen Händen, eine Gruppe Rangers-Polizisten um Gnade anfleht, die ihre Gewehre auf ihn richten. Dann ist ein Schuss zu hören, und der Mann wird erschossen. Das Opfer soll zuvor in einem Stadtpark versucht haben, Frauen auszurauben. Angeblich soll er dabei auch eine Waffe benutzt haben.

Minister: "Aktion ist nicht zu rechtfertigen"
"Es besteht kein Zweifel daran, dass dieses Video eine nicht zu rechtfertigende Aktion zeigt", sagte Innenminister Rehman Malik. Daher würden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen. Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass das Opfer ein Krimineller gewesen sei. Die Familie des Mannes beteuert dagegen dessen Unschuld.

Pakistanischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, mit unangemessener Härte gegen mutmaßliche Kriminelle oder Terrorverdächtige vorzugehen. Beweise gibt es dafür jedoch zumeist nicht. Der jüngste Zwischenfall in Karachi war der erste, der auf Video festgehalten wurde.

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