Pakistan von

Musharaff wieder festgenommen

Doch kein Hausarrest für Ex-Machthaber - Wegen neuen Vorwürfen wieder verhaftet

Pervez Musharraf © Bild: REUTERS/Mohammad Abu Omar/Files

Nur einen Tag nach seiner Freilassung gegen Kaution ist der frühere Militärmachthaber Pakistans Pervez Musharraf am Donnerstag wieder verhaftet worden. Bei den neuen Vorwürfen gehe es um die blutigen Kämpfen um die Rote Moschee in Islamabad im Jahr 2007. Dort hatten sich radikale Koranschüler verschanzt, die in Pakistan einen "Gottesstaat" nach dem Vorbild der Taliban im benachbarten Afghanistan errichten wollten. Auch der Anführer der Koranschüler, Abdul Rashid Ghazi, war getötet worden. Musharraf werde nun im Zusammenhang mit dem Tod des Mannes beschuldigt, sagte eine Sprecherin seiner Partei APML.

Die pakistanische Justiz macht Musharraf bereits den Prozess wegen des Todes von Bhutto. Er ist wegen Mordes und Verschwörung zum Mord angeklagt. Die frühere Premierministerin Bhutto starb am 27. Dezember 2007 bei einem Anschlag auf eine Kundgebung in Rawalpindi. Sie galt damals vielen als Hoffnungsträgerin.

Musharraf war erst am Mittwoch nach knapp sechs Monaten Hausarrest gegen Kaution auf freiem Fuß gesetzt worden. Der Oberste Gerichtshof des Landes entschied, dass der 70-Jährige in einem dritten Gerichtsverfahren auf Kaution freigelassen werde, nachdem zuvor die gleiche Entscheidung schon in zwei anderen Fällen getroffen worden war. Ein Anwalt Musharrafs sagte der Nachrichtenagentur AFP, sein Mandant sei nun "ein freier Mann". Die Kaution betrug demnach knapp 14.000 Euro.

Musharraf stand seit April wegen mehrerer Gerichtsverfahren unter Hausarrest. In seinem großzügigen Anwesen in einem Vorort der Hauptstadt Islamabad wurde er von rund 300 Polizisten, Soldaten und Spezialkräften bewacht, da ihn unter anderem die radikalislamischen Taliban mit dem Tode bedrohen.

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