Pakistan von

Mehr als 500 Tote

Opferzahl nach Erdbeben steigt immer weiter. Probleme bei Lieferung der Hilfsgüter.

Bilder vom Erdbeben in Pakistan im April 2013 © Bild: Symbolbild: 2013 AFP/Getty Images/Khan

Bei den Rettungsarbeiten nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Pakistans sind bisher 515 Leichen geborgen worden. Die Regierung bemühe sich weiter, die Überlebenden in dem schwer zugänglichen Katastrophengebiet in der Provinz Baluchistan zu versorgen, sagte ein Regierungsvertreter. Unterdessen haben auch drei Tage nach dem Beben viele Opfer keine Hilfsgüter erhalten.

"Wir haben keine Nahrung und leben seit drei Tagen unter freiem Himmel", sagte ein Erdbebenopfer am Freitag dem Fernsehsender Geo. Die Regierung erklärte, Sicherheitsprobleme und logistische Schwierigkeiten erschwerten die Arbeit der Helfer. Das Beben vom Dienstag hatte die Stärke 7,7.

Angriffe militanter Separatisten machen die Rettungsarbeiten in dem Katastrophengebiet gefährlich. Ein Hubschrauber mit dem Chef der nationalen Katastrophenschutzbehörde war am Donnerstag auf dem Weg in die Erdbebenregion mit Raketen beschossen worden.

Aus Militärkreisen hieß es zudem, Separatisten hätten 20 Kilometer nördlich des am schwersten betroffenen Ortes Awaran ein Rettungsteam der Armee angegriffen. Niemand sei dabei getötet worden. Ein Sprecher der Befreiungsfront Baluchistans namens Gohram Baloch hatte zuvor mit Angriffen auf Regierungsvertreter gedroht.

Trotz großer Erdgasvorkommen ist Baluchistan die ärmste Provinz Pakistans. Die Menschen in der Provinz fühlen sich von der Zentralregierung vernachlässigt und diskriminiert. Militante Separatisten kämpfen seit Jahren für die Loslösung Baluchistans oder zumindest für mehr Autonomie. In der Provinz sind allerdings auch radikalislamische Taliban-Kämpfer aktiv.

Kommentare