Pädophilie-Skandal erschüttert Italien:
Wurden 16 Kinder betäubt & vergewaltigt?

Ermittlungen gegen Pädophilenring um Kindergarten

Mindestens 16 Mädchen und Buben aus einem Kindergarten des 8.000-Einwohner-Ortes Rignano Flaminio bei Rom sollen in den vergangenen Jahren sexuell missbraucht worden sein. Die Polizei ermittelt gegen einen angeblichen Pädophilenring, dem drei Kindergärtnerinnen und ein Drehbuchautor angehören sollen. Insgesamt wurden sechs Verdächtige verhaftet, sie beteuern ihre Unschuld.

"Ich bin selber Mutter und könnte einem Kind niemals etwas zu leide tun", sagte eine der Kindergärtnerinnen. Ein Verteidiger wies darauf hin, dass sich der Verdacht auf Aussagen von Kleinkindern stütze, die von keinem Gericht für glaubhaft gehalten werden könnten.

Unterrichtsminister Giuseppe Fioroni leitete eine Untersuchung ein. Die Ermittler schließen weitere Festnahmen nicht aus. Sie vermuten, dass die Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren betäubt, bei Vergewaltigungen in der Wohnung einer Kindergärtnerin gefilmt und die Aufnahmen via Internet verkauft wurden. Kompromittierendes Material wurdevorläufig nicht gefunden, allerdings werden die Computer der Verhafteten noch überprüft.

In Italien wurden seit 1998 rund 75.000 Web-Seiten gemeldet, über die pädophiles Material angeboten wurde, 150.000 wurden von der Polizei gelöscht. Schätzungen internationaler Organisationen zufolge werden mit Pädophilie im Internet rund fünf Milliarden Dollar pro Jahr erwirtschaftet. Bilder missbrauchter Kindern kosten zwischen 30 und 100 Euro. Für einen Film werden bis zu 300 Euro verlangt.

(apa/red)