Sport der Zukunft von

Wenn Prominente Padel spielen,
wird der Spaß am Sport zur Sucht

"Padel trifft Kunst" - Persönlichkeiten aus Sport und Kultur schlugen im Prater auf

Padel: Sport trifft Kunst © Bild: RUBIN KOSTOV

Über 10 Persönlichkeiten aus Sport und Kultur werden in einen gläsernen Käfig "gesperrt" und von allen Seiten beobachtet. Was wie eine Beschreibung von "Promi Big Brother" klingt, ist die schnelle Zusammenfassung des Events "Padel trifft Kunst", der letzte Woche im Wiener Padel- und Beachsport-Club stattgefunden hat. Ein Event, der viele Promis "süchtig" gemacht hat.

Kabarettist Viktor Gernot, Profitänzer und Dancing-Stars-Teilnehmer Thomas Kraml, Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek sowie dessen Vorgänger Clemens Trimmel, Ex-Beachvolleyball-Europameister Nik Berger, Handball-Legende Conny Wilczynski und weitere Prominente trafen sich zu einem sportlichen Kräftevergleich im Prater unweit des Happel-Stadions in einer Sportart, die viele der Anwesenden selbst gar nicht oder kaum kannten.

"Es ist für mich das dritte Mal", gab Westwien-Manager Wilczynski zu und zählte damit noch zu den Erfahrensten. Ex-Tennisprofi Koubek, dem Padel-Tennis schon seit Jahren aufgrund seiner ATP-Tour-Aufenthalte in Spanien ein Begriff ist, hatte etwa noch nie einen Schläger in der Hand und war trotz Knieverletzung "ganz spitz darauf".

Padel: Sport trifft Kunst
© Rubin Kostov Das illustre Teilnehmerfeld beim Padel-Event

Der coole Bruder von Tennis

Somit war eine kurze Regelkunde durch Organisator und Padel-Mastermind Christoph Krenn unabkömmlich. Der ehemalige Racketlon-Weltmeister erklärte die Grundzüge der boomenden Sportart, die am ehesten als Mischung zwischen Tennis und Sqash verstanden werden kann, ehe es auch schon ans Eingemachte ging. Denn der beste Weg, mit einer Sportart vertraut zu werden, ist sie auszuüben.

So lernten die Teilnehmer zugleich die wohl beste Eigenschaft des Padel-Tennis kennen – die kurze Eingewöhnungsphase. „Es kommt relativ schnell ein Spiel zustande und du hast super Ballwechsel. Selbst Spieler, die sich beim Tennis mühen, tun sich hier leichter“, attestiert Trimmel, mittlerweile in der Beratungskommission des "Projekt Rio 2016" tätig. Und der 36-Jährige sollte Recht behalten.

Der Spaß kommt nie zu kurz

Die Partien mit Beteiligung von Gernot, Wilczynski, Paralympics-Hoffnung Nico Langmann oder auch Tennisprofi Max Neuchrist erreichten in kürzester Zeit ein beachtliches Niveau, wobei der sportliche Vergleich nur sekundär war. Im Vordergrund stand nämlich der Spaß, denn – und hier die zweite wichtige Eigenschaft des Padel-Tennis – nur wenige Sportarten sind so gesellschaftlich.

Nur im Doppel spielbar, bieten sich auf dem engen Raum innerhalb der Plexiglas-Wände genügend Gelegenheiten, den Gegnern nicht nur die Bälle sondern auch einige Weisheiten, Schmähungen oder Witzeleien um die Ohren zu hauen. "Wenn ich das nächste Mal nicht mehr mit einem Tänzer spielen muss, schaut es auch ergebnistechnisch noch besser aus", resümierte etwa Wilczynski nach seinem Auftritt an der Seite von Jugendfreund Kraml schmunzelnd.

Padel: Sport trifft Kunst
© Rubin Kostov Conny Wilczynski, Viktor Gernot und Thomas Kraml

Vorsicht, Suchtgefahr!

Wie viel Spaß eine Partie machen kann, blieb auch den Zaungästen nicht verwehrt. Das führte sogar dazu, dass Davis-Cup-Kapitän Koubek trotz des lädierten Knies nicht widerstehen konnte und auf dem Court seine Premiere gab. Fazit: "Es ist genial. Ich glaube, dass der Sport großes Potenzial hat."

In Argentinien und Spanien erreicht hat Padel bereits Volkssportstatus erreicht, in Österreich ist man auf einem guten Weg. Anfängliche Skepsis ob des Plexiglases an den Seiten weicht schnell der Freude an der Action. "Mich hat innerhalb der ersten Minuten das Fieber gepackt", so Trimmel, für den Urlaube in Spanien nun eher den Charakter eines Padel-Trainingslagers haben.

Padel: Sport trifft Kunst
© Rubin Kostov Christine Seehofer, Nummer 1 der Welt im Racketlon

Und Viktor Gernot? Der Kabarettist sollte neben Wilczynski und Racketlon-Ass Christine Seehofer die Tageswertung für sich entscheiden. Zeit für Wortspenden fand er aber kaum, zu schnell zog es ihn gleich zur nächsten Partie. Ehe er seinen Preis, ein nagelneues Racket und eine Saisonmitgliedschaft, einweihte, gab er ein Kommentar zu Protokoll: "Vorsicht, Suchtgefahr!". Tja, dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen.

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