"Pacta sunt servanda, Herr Minister": Hahn blitzt mit Studiengebühren-Vorstoß ab

Rudas und Kuntzl ganz klar gegen Wiedereinführung Hahn wollte Gebühren einführen & Stipendien erhöhen

"Pacta sunt servanda, Herr Minister": Hahn blitzt mit Studiengebühren-Vorstoß ab © Bild: APA/Pfarrhofer

Wissenschaftsminister Johannes Hahn ist mit seinem Vorschlag zur Einführung der Studiengebühren bei gleichzeitiger Steigerung des Stipendienbudgets beim Koalitionspartner abgeblitzt. SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas macht deutlich, dass die Studiengebühren, die erst vor einem Jahr abgeschafft wurden, "sicher nicht wieder eingeführt werden".

Rudas würde sich wünschen, "dass Hahn sich an Abmachungen halten und kein zweites CERN provozieren soll". Sie erinnerte damit an das von Hahn geplante Aus für das Forschungsprojekt. Auch wies Rudas darauf hin, dass im Regierungsabkommen als Ziel die Anhebung der Akademikerquote festgeschrieben sei. "Mit zusätzlichen Hürden wie einer Wiedereinführung der Studiengebühren ist das sicher nicht zu erreichen."

Auch von SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl kam ein klares Nein zu Hahns Vorschlag: "Pacta sunt servanda, Herr Wissenschaftsminister - das gilt selbstverständlich auch bei den Studiengebühren."

ÖH: Vorschlag "zynisch"
Hahns Vorschlag hat auch Protest der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) nach sich gezogen. Sigrid Maurer vom Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung bezeichnete das Angebot als "nichts als zynisch", Studiengebühren seien sozial selektiv.

"Die Wiedereinführung steht nicht zur Debatte - im Gegenteil: Auch die restlichen Gebühren, insbesondere für FH-Studierende müssen fallen", so Maurer. Die ÖH-Bundesvertretung begrüßte aber grundsätzlich die Erkenntnis, dass das Stipendienwesen in Österreich endlich ausgebaut werden müsse. Das Argument, dass Studierende durch Studiengebühren ein Jahr weniger lang studieren und dies positiv zu bewerten sei, wies man hingegen zurück. Studierende könnten es sich momentan schlichtweg nicht mehr leisten, intensiv zu studieren.

Unterstützung bekam Hahn indes von ÖVP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl. "Die Studienbeiträge hatten positive Auswirkungen", verwies sie auf die gesunkene Studiendauer und gesunkene Drop-out-Rate sowie die gestiegene Absolventenrate. Klar sei aber, dass auch künftig kein Studierender aufgrund von Studienbeiträgen von einem Studium abgehalten werden darf.

(apa/red)

Kommentare

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Man muss für alles im Leben zahlen! Was wird da eigentlich großartig diskutiert? Du musst für
jede Leistung im Leben zahlen, also ist eine Studiengebühr
absolut richtig!

Irgendwer muss das ja auch finanzieren und wenn man
sich anschaut, was alles studieren geht, anstatt zu arbeiten
dann frag ich mich, ob das ein zweites AMS System wird?

Und die Rudas sollte sich lieber darum kümmern, dass
der Faymann endlich seinen Rücktritt erklärt und nicht
generell wieder gegen alles sein, was die Wirtschaft
sinnvoll anheben könnte!

Warum sollen wir Studenten erhalten, damit die dann
mit ca. 30 endlich mal ins Berufsleben einsteigen und
dann erst Zahlungen leisten? Wie gesagt, man muss
für alles im Leben zahlen und Studenten dürfen da doch
kein "Freilos" erhalten!

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Re: Man muss für alles im Leben zahlen! Hallo Vasant!!
Vieles das du hier schreibst finde ich absolut richtig. Die jenigen die meinen als Beruf Sohn/Tochter zu sein und bis 30/35 zu Studieren können es sich sicher leisten die Studien- Gebühren zu zahlen. Sicher bin ich dafür das Bildung kostenlos sein soll, aber ich finde bis zur Matura muß reichen!! Auch kommen viele Studenten hier her, weil sie in ihrem Land keinen Platz mehr bekommen haben aus welchem Grund auch immer. Auch finde ich es nicht richtig das wir mit unserem Sozialsystem Leute aus anderen Ländern kostenlos ausbilden und die dann wieder nach der Ausbildung zurück gehen, um dann viel Geld zu verdienen. Außerdem wären wir die EINZIGEN in Europa wo keine Studiengebühren bezahlt werden müssen, oder sollte ich besser auf der Welt sagen.
MfG

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