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Pacific Rim - "Godzilla" reloaded

Fulminanter Monster-Trash startet heute in den österreichischen Kinos

Pacific Rim Screenshot © Bild: © 2013 Warner Bros. Entertainment Inc. and Legendary Pictures Funding, LLC

Wenn Wolkenkratzer, Container-Häfen und Öltanker im Kino zu Spielzeug verkommen, dann ist das nächste Monster nicht weit entfernt: Fantasy-Spezialist Guillermo del Toro (bekannt durch "Pan's Labyrinth") hat in der 180 Millionen Euro schweren Materialschlacht "Pacific Rim" die Tradition der "Godzilla"-Filme aufgegriffen und sie an die Hollywood-Ansprüche des 21. Jahrhunderts angepasst. Heimische Cineasten dürfen sich ab heute auf klischeebeladenes aber nicht minder bildgewaltiges Sommerkino freuen.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Schauspieler in unförmigen Gummikostümen Modell-Nachbauten von Städten zertrampeln. Ein - zugegebenermaßen kostspieliger - Griff in die digitale Trickkiste reicht heutzutage, um die gigantischen Schlachten von "Pacific Rim" zu inszenieren.

Offizieller Kino-Trailer zu "Pacific Rim".

"Kaiju" vs. "Jaeger"

Der rote Faden dazu ist rasch erzählt: Die "Kaiju" (japanisch für "Monster") sind außerirdische Kreaturen gigantischen Ausmaßes, die sich über eine Erdspalte im Pazifischen Ozean auf die Erde teleportieren, um diese sukzessive in Schutt und Asche legen zu können. Nachdem sich herkömmliche militärische Maßnahmen gegen diese Bedrohung als nutzlos erwiesen hatten, hat sich die Menschheit zusammengeschlossen und versucht die Monster mit ebenbürtig gewaltigen Robotern in Schach zu halten.

Die "Jaeger" genannten Kampfroboter werden von zwei Soldaten gelenkt, deren Gehirne über eine Neuronenbrücke verbunden sind. Doch die Monster werden immer aggressiver und lassen sich auch von einer "Anti-Kaiju-Wall" an der Küste nicht aufhalten. Als die neue Jäger-Generation eliminiert wird, ruht die Hoffnung auf zwei analogen, atombetriebenen Robotern und deren seelisch verwundeten Piloten.

Klischeeschleuder Deluxe

Es wäre kein Hollywood-Streifen, wenn nicht einmal mehr Stereotypen bemüht würden, mundgerecht auf US-amerikanisches Publikum zugeschnitten. Auch wenn alle Nationen für die gleiche Sache kämpfen, sind etwa nicht alle Roboter gleich. Nein, es gibt einen "asiatischen", einen "russischen" und zwei "amerikanische". Selbstredend fast schon, dass am Ende nur die zwei "amerikanischen" Roboter in den Endkampf gegen die Kaiju ziehen, während der "russische" und der "asiatische" zuvor im Handumdrehen von den Außerirdischen in Stücke gerissen wurden. Mitsamt den gesamten typischen Klischees an Bord.

Für den kritischeren Betrachter ist es nicht minder skurril, dass ausgerechnet ein Roboter mit Nuklearenergie die Menschheit rettet, während die digitalen Alternativen dazu versagen. Gerade in Bezug zu den "Godzilla"-Filmen, die die damalige Monsterechse als Allegorie zum Schrecken der nuklearen Vernichtungskraft zeichneten, ein leicht verstörendes Detail im Drehbuch von Travis Beacham.

Auch das Bild des vom Schicksal Geprügelten in Gestalt des Roboter-Kampfpiloten Raleigh (Charlie Hunnam), der erst seinen Bruder verlieren muss, um dann nach jahrelanger Abwesenheit und harter Arbeit am Bau plötzlich als Weltretter dazustehen, wurde schon in x-facher Ausführung auf die Leinwand bemüht. Nahtlos daran reiht sich seine "High School"-Rivalität mit dem Kampfpiloten Chuck (Robert Kazinsky) und die Beziehung zu seiner Co-Pilotin Mako (Rinko Kikuchi). Abgerundet wird das Programm mit der Gastrolle eines US-Schauspielers, der zurzeit gefühlt sogar dann auftaucht, wenn man den Wasserhahn aufdreht: Ron Perlman spielt den skrupellosen Schmuggler Hannibal Chau.

Großes Sommerkino

Trotz dieser Hollywood-typischen Eindimensionalität ist "Pacific Rim" durchaus empfehlenswert. Die farbenprächtigen Schlachtbilder aufeinanderkrachender Giganten sind - wenngleich manchmal etwas zu schnell - doch grandios in Szene gesetzt und lassen Zuschauer definitiv nicht kalt. "Pacific Rim" ist im wahrsten Sinne des Wortes großes Sommerkino: Leicht und bekömmlich dürfte dieser Monster-Trash jedenfalls einem Großteil der Besucher einfach nur eine Menge Spaß bereiten.

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