"Ottakringer ist wie ein Fußballspiel":
Brauerei-Chef Sigi Menz im FORMAT-Talk

Wiener Unternehmen trotzt Entwicklung am Markt Vorstandsboss: "Wir arbeiten an neuen Rezepturen"

Sigi Menz, Vorstandsvorsitzender der Ottakringer Brauerei, über den Kampf gegen die Wasserriesen Nestlé & Co, seine Ideen für neue Bierprodukte und die Freude bei jedem Sieg des Fußballklubs Rapid.

"Ottakringer ist wie ein Fußballspiel":
Brauerei-Chef Sigi Menz im FORMAT-Talk © Bild: APA/Schlager

Format: Herr Menz, der Wiener Fußballklub Rapid, bei dem Ottakringer Premium-Sponsor ist, erlebt derzeit einen Höhenflug. Beflügelt der Erfolg der Mannschaft auch Ihren Bierverkauf?

Menz: Die Feiern bei einem Sieg sind für den Bierkonsum sicherlich förderlich. Wir sind seit 1992 Sponsor und freuen uns, dass ein Verein, der unser Logo trägt, so erfolgreich ist.

Format: Wie wirkt Fußball als Werbeträger? Kann das in Österreich – angesichts der oftmals schlechten Leistungen – nicht ins Negative schlagen?

Menz: Es geht nicht um die Liga. In Österreich ist Fußball der breiteste Sport, den es gibt. Dabei geht es um Kampfgeist, Teamspiel und Disziplin, und daher spiegelt Fußball unser Produkt und unser Unternehmen gut wider. Ottakringer ist wie ein Fußballspiel.

Format: Während der Biermarkt heuer um fünf Prozent schrumpfte, verkaufte Ottakringer im ersten Halbjahr 2009 um drei Prozent mehr. Das liegt wohl nicht nur an Rapid.

Menz: Einerseits hatten wir 2008 ein schwächeres Jahr, weil das Sortiment nicht ganz gestimmt hat und die EM unter den Erwartungen blieb. Andererseits versuchen wir zum Stammbier neue Produkte zu kreieren.

Format: Das können Sie gut. Stichwort 16er-Blech, erste Brauerei mit AMA-Gütesiegel, das Szenebier UO oder Null Komma Josef. Erschöpft sich das?

Menz: Nicht, solange uns etwas einfällt. Wir haben viele Ideen. Wir arbeiten an neuen Rezepturen, experimentieren mit Getreidesorten und neuen Verpackungen.

Format: Nach dem Ausstieg von Brau Union/Heineken und der Fusion mit dem Mineralwasserproduzenten Vöslauer schmieden Sie nun den größten heimischen Getränkehersteller an der Börse mit rund 200 Millionen Umsatz. Wo kommt künftig das Wachstum her?

Menz: Der Biermarkt ist in Österreich zwar gesättigt, aber für Ottakringer gibt es dennoch Wachstumspotenzial, vor allem in West-und Südösterreich. Auch die angrenzenden Länder wie Ungarn, Slowakei und Slowenien sowie Kroatien bieten sich für eine Expansion an.

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