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OSZE-Treffen: Alfano lobte österreichische Vorsitzführung

Italienischer Außenminister: "Viele Probleme für Europa entstehen im Mittelmeer"

Das künftige OSZE-Vorsitzland Italien hat am Donnerstag die österreichische Vorsitzführung gelobt. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sei ein "ausgezeichneter Vorsitzender gewesen" und habe "außergewöhnliche Arbeit geleistet - auch während des Wahlkampfs", sagte der italienische Außenminister Angelino Alfano am Donnerstag am Rande des OSZE-Ministerrats gegenüber der APA und dem ORF.

Der italienische Vorsitz werde daher eine Fortführung der bisherigen Arbeit sein. Zusätzlich will Italien den neben den traditionellen OSZE-Schwerpunkten im kommenden Jahr einen besonderen Fokus auf den Mittelmeerraum legen. "Wir sind überzeugt, dass viele der Probleme, die wie in Europa haben, im Mittelmeerraum entstehen und auch dort angegangen werden sollten, um zu vermeiden dass wir sie später mit Verzögerung in Europa konfrontieren müssen", sagte der gebürtige Sizilianer.

Alfano weilte am Donnerstag nur wenige Stunden auf dem OSZE-Treffen in Wien. Eine ursprünglich geplante gemeinsame Pressekonferenz mit Kurz am Freitag zur formellen Stabsübergabe des OSZE-Vorsitzes findet nicht statt. Der italienische Außenminister müsse aus Termingründen bereits am Donnerstagabend abreisen, wie es von italienischen Diplomaten hieß.

Italien übernimmt am 1. Jänner nach Österreich den Vorsitz der OSZE. Alfano wird den Vorsitz aber mit größter Wahrscheinlichkeit nicht bis zu Ende führen können. Im Frühjahr finden in Italien nämlich Parlamentswahlen statt, bei der ein Regierungswechsel erwartet wird. Der einstige Ziehsohn von Ex-Premier Silvio Berlusconi und Chef der christdemokratischen Splitterpartei Alternative Popolare (AP) hat am Mittwoch im italienischen Fernsehen angekündigt, nicht mehr bei den Parlamentswahlen zu kandidieren.

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