Oscars 2013 von

"Österreicher in Hollywood wichtig"

Generalkonsulin Karin Proidl sieht positive Effekte für heimische Kreativwirtschaft

Generalkonsulin Karin Proidl © Bild: APA-FOTO: ROLAND SCHLAGER

Die Oscar-Nominierungen für Michael Haneke und Christoph Waltz zeitigen der österreichischen Generalkonsulin Karin Proidl zufolge auch positive Effekte für Österreich. "Man wird hier sehr oft darauf angesprochen, dass die beiden aus Österreich sind", sagte Proidl am Donnerstag (Ortszeit) im Gespräch mit der APA. Die seit 2009 amtierende offizielle Vertreterin Österreichs an der US-Westküste richtet in ihrer Residenz am Oscar-Abend ein Public Viewing für rund 200 geladene Gäste aus, darunter das Team von Hanekes "Amour" (Liebe).

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"Österreicher waren in Hollywood immer wichtig", so Proidl, die auf die Exilanten wie Billy Wilder, Fred Zinnemann oder Otto Preminger ebenso verwies wie auf Arnold Schwarzenegger, der nach seiner Gouverneurszeit in Kalifornien immer noch als Superstar gehandelt werde. "Zuletzt hat auch Stefan Ruzowitzky hier gedreht, und jetzt kommen Waltz und Haneke", so die Generalkonsulin, "da hat jeder seine Nische, jeder seinen Bekanntheitsgrad, und das repräsentiert auch gut den Reichtum unserer Kultur."

Österreichische Kreativwirtschaft im Fokus

Christoph Waltz sei natürlich zu der Feier, an der u.a. Österreichs Kulturministerin Claudia Schmied (S), ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sowie die Künstler Gottfried Helnwein und Marina Abramovic teilnehmen werden, eingeladen worden. "Aber da muss man realistisch bleiben", so Proidl, "für Waltz ist das an diesem Abend natürlich auch Arbeit." Im Mittelpunkt steht für sie daher die österreichische Kreativwirtschaft, die nicht zuletzt mit der parallelen Vergabe der Wirtschafts-"Oskars" gepriesen werden soll.

Der Handelsdelegierte Rudolf Thaler sagte, dass es schwierig sei, eine fixe Zahl der kreativen österreichischen Unternehmen in Kalifornien zu nennen. Dies sei zwar ein großes Thema, aber zu den rund 20 größeren Firmen kämen unzählige Ein- bis Zwei-Personen-Unternehmen, die in allen möglichen Bereichen der amerikanischen Filmwirtschaft angesiedelt seien: Von spezieller Kameratechnik bis hin zu Filmkomponisten spiele das Land auf jeden Fall eine nicht unbedeutende Rolle im Hintergrund der Industrie.

"Wega Film" prämiert

Über einen "US-A-Biz Award", wie die Wirtschaftsauszeichnung genannt wird, dürfen sich am Sonntag u.a. Camcat-Systems freuen, die in der US-Präsidentschaftswahlnacht mit ihrer ferngesteuerten High-Tech-Seilkamera spektakuläre Bilder für das Fernsehen einfingen, und die Wega Film, die Produktionsfirma des fünffach Oscar-nominierten Films "Amour". In der rot-weiß-rot geschmückten Residenz werden zudem österreichische Weine sowie gourmettechnische Spezialitäten von Bernhard Mairinger und Wolfgang Puck gereicht.

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