Oscars 2013 von

"Durch & durch Österreicher"

Christoph Waltz: "Habe alles, was einen Menschen so ausmacht, in Wien erlebt"

Christoph Waltz © Bild: APA/EPA/Buck

Obwohl er erst seit wenigen Jahren die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, versteht sich Schauspieler Christoph Waltz als "ein Österreicher durch und durch". Immerhin sei er in Wien geboren, aufgewachsen, in die Schule gegangen, habe hier studiert und seine Karriere begonnen. "Ich habe alles, was einen Menschen so ausmacht, in Wien erlebt", betonte Waltz, der als bester Nebendarsteller in Quentin Tarantinos "Django Unchained" für einen Oscar nominiert ist, am Samstag in der Sendereihe "Im Journal zu Gast" auf Ö1.

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Für die Oscar-Verleihung am Sonntag wird Waltz eine Dankesrede vorbereiten. "Für den unwahrscheinlichen Fall" einer Auszeichnung, fände er es nämlich "peinlich zu stammeln und Zuflucht zu nehmen in die üblichen Allgemeinplätze". Dabei, so Waltz kokett, sei eine Nominierung neben Schauspielern wie Robert De Niro, Alan Arkin, Tommy Lee Jones und Philip Seymour Hoffman eigentlich "schon genug".

Über Nacht zum Star

In Zukunft wieder in einem österreichischen Film mitzuspielen kann er sich "natürlich" vorstellen "wenn es das Richtige ist, zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Menschen". Dass er durch seine Oscar-prämierte Rolle in Tarantinos "Inglorious Basterds" nach seinen vielen relativ unbemerkt gebliebenen Rollen im deutschen Fernsehen in Österreich und Deutschland über Nacht zum Star geworden ist, freue ihn "natürlich". Aber er spüre gleichzeitig eine "gewisse Zufriedenheit", dass er dem "deutschen Fernsehapparat" entkommen konnte. Ein deutscher Produzent habe einmal gemeint, Waltz sei nur "für schrullige Nebenrollen" geeignet. "Ich hab's nicht vergessen. So ein bisschen gibt es da bei mir eine offene Rechnung und die begleiche ich jetzt auf meine Art und das, muss ich gestehen, tut mir ganz gut."

Alle Türen stehen offen

Auch wenn Waltz dank des Oscars "alle Türen offen stehen", kann er dennoch nicht all seine Wunschprojekte umsetzen, zuletzt seien mehrere Filme an bürokratischen Hürden gescheitert. Auch das geplante Politdrama "Reykjavik", in dem Waltz den früheren sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow spielen soll, stehe gerade wegen Finanzierungsprobleme auf der Kippe. "Da wird gerade wie wild verhandelt."

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