Acadamy Awards von

Oscars 2014:
Emotionale Preisverleihung

Ein Abend voller Tränen und Dankesreden für Sklaven, Mütter und Ukrainer

Lupita Nyong'o "12 Years a Slave", © Bild: REUTERS/Lucy Nicholson

Seine Stimme zitterte, die Hände nestelten nervös am Notizzettel. Der Brite Steve McQueen musste sich einen Moment sammeln - er hatte gerade Oscar-Geschichte geschrieben: Sein brutaler und aufwühlender Film "12 Years a Slave" gewann den Oscar als bester Film. Bei den ur-amerikanischen Academy Awards triumphierte damit erstmals das Werk eines schwarzen Regisseurs, der nicht einmal Amerikaner ist.

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"Ich widme diesen Preis allen Menschen, die jemals unter Sklaverei gelitten haben, und den 20 Millionen Menschen, die noch heute darunter leiden", sagte der 44-jährige McQueen schließlich in seiner Dankesrede, nachdem er den Oscar zusammen mit seinem Co-Produzenten Brad Pitt entgegengenommen hatte. "Jeder verdient es, nicht nur zu überleben, sondern auch zu leben."

Steve McQueen
© REUTERS/Lucy Nicholson Steve McQueen

"Träume sind wertvoll"

Sein Auftritt im Dolby Theatre in Hollywood markierte den bewegenden Abschluss einer emotionalen Oscar-Verleihung. Zuvor hatte die Kenianerin Lupita Nyong'o die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin erhalten, für ihre Rolle einer erniedrigten Sklavin in "12 Years a Slave". Mit tränenerstickter Stimme rief sie den frenetisch jubelnden Gala-Gästen entgegen: "Ich vergesse nicht einen Moment, dass ich die Freude in meinem Leben dem Schmerz so vieler Anderer verdanke. (...) Wenn ich diese goldene Statue anschaue, dann erinnert sie mich und jedes kleine Kind daran, dass - egal woher du stammst - deine Träume wertvoll sind."

Letos emotionale Rede

Auch Jared Leto, ausgezeichnet mit dem Oscar als bester Nebendarsteller für seine Leistung in dem Aids-Drama "Dallas Buyers Club", erinnerte an die Kraft der Träume und verneigte sich zugleich vor seiner Mutter: "Danke, dass du mir das Träumen beigebracht hast." Der 42-Jährige nutzte die Bühne auch für ein politisches Statement: "An all die Träumer da draußen, in der Ukraine und in Venezuela: (...) Während ihr darum kämpft, eure Träume wahr werden zu lassen, denken wir an euch." Wenig später jubelte Leto dann seinem Co-Star aus dem Film zu: Matthew McConaughey, der sich für die Rolle als Aidskranker rund 20 Kilogramm heruntergehungert hatte, nahm die Trophäe als bester Darsteller nach Hause.

Jared Leto
© REUTERS/Lucy Nicholson Jared Leto

Ellen DeGeneres sorgte für Lacher

Und es gab noch eine Gewinnerin: Moderation Ellen DeGeneres. Sie führte souverän durch die Show und sorgte mit so mancher Spitze für Lacher. So machte sie sich über den Jugendwahn Hollywoods lustig und ließ gegen das Magenknurren der Stars Pizza in Pappkartons in das Dolby Theatre kommen. Gleich zu Beginn der Show äußerte sie halb scherzend die Befürchtung, die Weltöffentlichkeit könne Film-Amerika als rassistisch beschimpfen: "Alles kann passieren, es gibt so viele Möglichkeiten. Nummer eins: '12 Years a Slave' wird bester Film. Nummer zwei: Ihr seid alle Rassisten." Hollywood kann nun also aufatmen.

Oscars: Ellen Degeneres
© REUTERS/Lucy Nicholson Ellen DeGeneres

Kommentare

so ein mageres nmädl, im weissn kleidl

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