Oscars 2012 von

Stummer Triumph für "The Artist"

Französisches Werk ist der große Sieger. Meryl Streep wird beste Darstellerin.

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    Die strahlenden Sieger des Abends: Jean Dujardin und Meryl Steep.

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    Jean Dujardin, bester Darsteller vom Abräumer des Abends: "The Artist" mit fünf Trophäen in den wichtigsten Kategorien.

Die die Oscar-Gala souverän moderierte, blieben die großen Überraschungen wieder einmal aus.

THEMEN:

Der französische Stummfilm "The Artist" hat bei der 84. Oscar-Verleihung in Los Angeles die prestigereichen Auszeichnungen für die beste Regie, den Preis als "bester Film", beste Musik, bestes Kostüm und mit Jean Dujardin den besten Hauptdarsteller erhalten. Damit wurde der Schwarz-Weiß-Film seiner Favoritenrolle gerecht. Der Streifen war mit zehn Nominierungen ins Rennen gegangen und holte fünf Preise. Der mit elf Nominierungen als Top-Favorit gestartet "Hugo" konnte ebenfalls fünf Awards holen, allerdings vorwiegend in technischen Bereichen.

Streep gewinnt wenig überraschend
Beste Hauptdarstellerin wurde Meryl Streep für ihre Verkörperung der britischen Premierministerin Margaret Thatcher im Film "Die eiserne Lady". Es ist der dritte Oscar für die 62-Jährige. Als bester Nebendarsteller wurde der 82-jährige Christopher Plummer geehrt, der damit der älteste Preisträger der Oscar-Geschichte ist und als sein weibliches Pendant gewann Octavia Spencer ("The Help"), die sichtlich gerührt die Ehrung entgegen nahm. Als bester englischsprachiger Film wurde der bereits mit dem Goldenen Bären geehrte iranische Streifen "Nader und Simin - Eine Trennung" prämiert. Mit Blick auf den eskalierenden Atomstreit zwischen Teheran und dem Westen seien die Iraner "ein Volk, das alle Kulturen und Zivilisationen respektiert und Feindseligkeit und Ressentiments verachtet", so der Filmemacher.

Keine Preise für Österreich und Deutschland
Als bester Dokumentarfilm wurde "Undefeated" ausgezeichnet, der deutsche 3D-Beitrag "Pina" von Wim Wenders blieb damit ebenso wenig erfolgreich wie die von der Wiener Firma Sabotage Filmproduktion koproduzierte Doku "Hell and Back Again". Den Oscar für den besten Animationsfilm sicherte sich "Rango" von Gore Verbinski.

Allen glänzt mit Abwesenheit
Mit Abwesenheit glänzte dagegen naturgemäß Woody Allen, dem für "Midnight in Paris" der Oscar für das beste Original-Drehbuch zugesprochen wurde. Es war seine bereits 15. Nominierung allein in der Drehbuch-Kategorie, jedoch hatte er seit 25 Jahren keinen Academy Award mehr erhalten.

Nullnummer für Spielberg
"Hugo", das 3D-Spektakel von Martin Scorsese und absoluter Favorit konnte ebenfalls fünf Oscars einheimsen musste sich mit den Oscars für die beste Kamera, die beste Ausstattung, die besten Spezialeffekte, den besten Ton und den besten Tonschnitt zufrieden geben. Komplett leer gingen trotz je sechs Nominierungen Steven Spielbergs Kriegsdrama "War Horse" sowie Brad Pitts Baseballdrama "Moneyball" aus.

Clooney im Vorfeld von "frenzösischer Nacht" überzeugt
Die Gala stand unter dem Motto "Die Gegenwart feiern und auf die glorreiche Vergangenheit zurückschauen". Am roten Teppich hatte der als bester Hauptdarsteller und Drehbuchautor nominierte Hollywood-Beau George Clooney sich zuvor schon davon überzeugt gezeigt, dass es wohl "eine französische Nacht" werden würde. Dujardin hatte seine Nervosität zu der Zeit noch im charmanten Stil seines Filmcharakters einfach weggetanzt. Für etwas Aufregung hatte dagegen wie angekündigt der als Diktator verkleidete britische Komiker Sacha Baron Cohen ("Borat") gesorgt: Er trug eine Urne mit dem Bild des verstorbenen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il und verstreute dessen Asche auf dem rotem Teppich.

Die Sieger der wichtigsten Kategorien:

Bester Film: "The Artist"

Bester Hauptdarsteller: Jean Dujardin ("The Artist")

Beste Hauptdarstellerin: Meryl Streep ("The Iron Lady")

Bester Nebendarsteller: Christopher Plummer ("Beginners")

Beste Nebendarstellerin: Octavia Spencer ("The Help")

Beste Regie: Michel Hazanavicius ("The Artist")

Bester fremdsprachiger Film: "Nader und Simin" (Iran)

Bestes Drehbuch: "Midnight in Paris" (Woody Allen)

Bestes adaptiertes Drehbuch: "The Descendants" (Alexander Payne, Nat Faxon, Jim Rash)

Und hier geht es zum Überblick über alle 24 Oscar-Gewinner .