Oscar Pistorius von

Erste Nacht in Freiheit

So verbrachte der Paralympics-Star seinen ersten Tag nach der Freilassung

  • Oscar Pistorius, Gericht in Pretoria
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    Der unter Mordverdacht stehende Paralympics-Star Oscar Pistorius wird bis zur Verhandlung auf Kaution freigelassen.

  • Fall Oscar Pistorius, Ermittler Hilton Botha abgesetzt
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    Chefermittler Hilton Botha wird abgesetzt. Er steht nach einem blutigen Polizeieinsatz selbst unter Mordverdacht.

Der südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius ist wieder frei. Nach acht Tagen Haft in einer Zelle der Brooklyn-Polizeistation von Pretoria verbrachte der 26-Jährige die erste Nacht in Freiheit im Haus seines Onkels im Stadtteil Waterkloof. Der unter Mordverdacht stehende Olympionike, der am Valentinstag seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen hat, war am Freitag überraschend gegen Kaution entlassen worden.

Der unter Mordverdacht stehende südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius hat seinen ersten Tag in der Freiheit mit seiner Familie verbracht. "Die Familie möchte einfach Zeit zusammen verbringen", hieß es Samstag aus dem Umfeld der Angehörigen. "Über mehr haben sie einfach noch nicht nachgedacht."

Wieder aufnehmen könnte der 26-Jährige demnach aber bald sein Training, ein Treffen mit seinem Trainer sei für Samstag angedacht gewesen. "Er ist ein professioneller Athlet. Er muss seinen Körper in Form halten", hieß es.

Zahlreiche Auflagen

Der Sportler, der mit seinen Hightech-Karbon-Prothesen bei Paralympischen Spielen insgesamt sechs Goldmedaillen gewonnen hatte, muss jedoch zahlreiche Auflagen erfüllen. Er darf nicht in sein Haus in Silverwood Estate zurückkehren, in dem die 29-jährige Steenkamp getötet wurde. Zudem ist es Pistorius untersagt, Kontakt zu den Zeugen des Verfahrens aufnehmen. Seine Reisepässe musste der Athlet abgeben. Er darf keinen Alkohol trinken. Jeden Montag und Freitag muss er sich auf einer Polizeistation melden.

Pistorius habe am Freitag eine erste Kautionsrate in Höhe von 100.000 Rand (8.500 Euro) gezahlt und sei anschließend entlassen worden, berichtete der Sender SABC. Insgesamt hatte Richter Desmond Nair eine Million Rand als Gesamtbetrag festgesetzt.

Unterdessen appellierte Reevas Vater Barry Steenkamp an das Gewissen des Sportlers. "Es ist egal, wie viel Geld er hat oder wie gut sein Anwaltsteam ist, er muss mit seinem Gewissen leben, falls er es der Verteidigung erlaubt, für ihn zu lügen", sagte er der Zeitung "Beeld" (Samstag).

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den beinamputierten Profi-Läufer, seine Freundin vorsätzlich durch die geschlossene Badezimmertür erschossen zu haben. Pistorius sagt, er habe sie aus Versehen erschossen, weil er geglaubt habe, im Badezimmer sei ein Einbrecher. Steenkamp, ein Model und Reality-TV-Star, starb in den frühen Morgenstunden des 14. Februar.

Vater des Opfers kann "vielleicht" vergeben

"Wenn er die Wahrheit sagt, dann kann ich ihm vielleicht eines Tages vergeben", fügte Barry Steenkamp hinzu. "Aber wenn es nicht so war, wie er sagt, dann muss er leiden, und er wird leiden." Reevas Mutter June Steenkamp erklärte, sie habe keine Tränen mehr und sie wolle nun damit beginnen, sich an ein Leben ohne ihre Tochter zu gewöhnen.

Pistorius' Onkel Arnold hatte kurz nach der Kautions-Entscheidung betont, wie erleichtert die ganze Familie sei. "Dennoch ist dies eine sehr traurige Zeit für Reevas Familie und für uns", sagte er. "Wir sind überzeugt, dass sich Oscars Version davon, was in jener schrecklichen Nacht geschehen ist, als wahr erweisen wird."

Solidaritätswelle der Fans

Unterdessen schickten Tausende Fans Nachrichten an die offizielle Webseite des Sportlers, um ihre Solidarität zu zeigen. "Ganz egal, was die Welt sagt, du bist und bleibst mein Champion und mein Held", schrieb eine Verehrerin. Nach der Nachricht von der Freilassung auf Kaution hatte es auch kritische Stimmen gegeben, die eine Vorzugsbehandlung des berühmten weißen Stars sahen.

Am 4. Juni muss der Leichtathlet erneut vor Gericht erscheinen. Wird Pistorius wegen vorsätzlichen Mordes schuldig gesprochen, droht ihm eine Haftstrafe zwischen 15 Jahren und lebenslänglich.

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