Oscar 2008: Die Nacht der bösen Buben

Die Höhepunkte, die Stars im großen NEWS-Check

Oscar 2008: Die Nacht der bösen Buben

Zuletzt drohte der Oscarnacht schon die Routine: wenig überzeugende Fil­me, verkrampfte, ein wenig parvenü­hafte Selbstzelebration einer kriselnden Branche.

Ein Glück, dass heuer das große Bangen ausbrach. Beinahe hätte die Mutter aller Entertainmentgalas gar nicht stattgefunden. Der hundert Tage währende Streik der Hollywood-Autoren hatte schon die Golden Globes erfolgreich lahmgelegt, und für die Oscars sah es nicht weniger düs­ter aus. Doch die Schreiber wussten, weshalb sie die Causa bis zum letzten Augenblick ausreizten: Die Einigung zwischen ­Industrie und Kreativen erfolgte kurzfris­tig, der Schaden für die Branche wird auf ­Hunderte Millionen und der Verlust für die Stadt Los Angeles auf drei Millionen Dollar geschätzt. Dafür soll es heuer frisch und spannend zugehen wie in den Glanzzeiten: Late-Night-Talker Jon Stewart, der prä­sen­tieren wird, hatte für die Vorbereitung der Show gerade eineinhalb Wochen Zeit. Dafür werden ihm die durch den langen Streik erholten Autoren nach Art von Blitzdichtern das volle Quantum an Wortgewalt liefern. Wenn am Sonntag, dem 24. 2., die geballte Macht Hollywoods im Kodak Theatre aufmarschiert, sind die Mächtigs­ten der Traumfabrik als Gäste preisüberreichend vor Ort: Tom Hanks, Martin Scorsese, Nicole Kidman, Harrison Ford sowie die zugleich Nominierten George Clooney und Cate Blanchett.

Österreich ist dabei. Und: Erstmals seit Wolfgang Glücks zeithistorischem Meisterwerk „38“ mengt sich Österreich wieder in die Ereignisse um den besten Auslandsfilm. Stefan Ruzowitzkys KZ-Story „Die Fälscher" (der Film ist ab sofort als Reprise wieder im Kino), in den USA vom Major Sony vermarktet, konnte mit dem bei der Academy stets gern gesehenen Thema Nationalsozialismus punkten. Karl Markovics und Team gehen trotz starker Konkurrenz – etwa von Altmeister Andrzej Wajda – keineswegs als Außenseiter ins Rennen. Vielmehr galten sie von Anfang an als Favoriten – eine Sensation, die der ORF zum Anlass nimmt, live zu übertragen und sich sogar Sondersendungen zu leisten.