Ortstafeln von

"Mission erfüllt"

Einigung wurde in Kärnten mit mehreren Festakten gefeiert - "Historischer Tag"

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    Mit mehreren Festakten ist in Kärnten die Einigung im Ortstafelstreit der zweisprachigen Ortstafeln gefeiert worden. Im Bild: Enthüllung der zweisprachigen Ortstafel in Bad Eisenkappel/Zelezna Kapla.

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    Stolz: Staatssekretär Ostermayer zeigt ein Handyfoto von der Enthüllung

Mit mehreren Festakten ist am Dienstag in Kärnten die Lösung der Frage der zweisprachigen Ortstafeln gefeiert worden. Am Vormittag versammelten sich 300 Ehrengäste - allen voran die Regierungschefs der Republiken Österreich und Slowenien, Werner Faymann (S) und Borut Pahor und die beiden Chefverhandler Staatssekretär Ostermayer (S) sowie Landeshauptmann Dörfler (FPK) - im Wappensaal des Klagenfurter Landhauses. Am Nachmittag wurden in den Orten Eisenkappel/Zelezna Kapla und Sitterdorf/Zitara vas die ersten zweisprachigen Ortstafeln montiert.

Pahor unterstrich die Bedeutung der Beziehungen zwischen Slowenien und Österreich und Kärnten im Besonderen. Man sei sich nach der Staatsgründung der historischen Belastungen bewusst gewesen, aber ebenso der Chancen für eine gemeinsame Zukunft. Pahor: "Wir haben uns damals für die Zukunft entschieden, und für die Zukunft entscheiden wir uns auch heute."

Faymann: "Zeichen der Gemeinsamkeit"
"Die österreichische Tradition, bei Konflikten aufeinander zuzugehen, macht mich stolz", sagte Bundeskanzler Faymann. Die Karawankengrenze spiegle die Geschichte Europas wider - und hier gebe es jetzt ein Zeichen der Gemeinsamkeit und des friedlichen Zusammenlebens - statt Rechthaberei. Die Stärke der Europäischen Union und der Geist, mit dem man an Unterschiedlichkeiten herangehe, sei der Geist der hier in Kärnten für die Lösung gelebt worden sei, so Faymann.

Staatssekretär Ostermayer - der auch mit dem Kärntner Landesorden in Gold ausgezeichnet wurde - erklärte, dass an einer Lösung ob der Erfahrungen der Vergangenheit "gezweifelt" worden sei. Nun sei die "Mission erfüllt" - es gebe "die beste Lösung die je zustande kam". Die Rechtsstaatlichkeit habe gesiegt. "Wir haben den Durchbruch zum Aufbruch geschafft", betonte Landeshauptmann Dörfler. Eine Straße zur Zukunft mit gutem Unterbau sei geschaffen worden. Das Miteinander der Volksgruppen funktioniere seit Jahren besser, als außerhalb Kärntens oft angenommen werde.

Tafel-Montagen in Südkärnten
Nach dem zeremoniellen Festakt schritten die Politiker zur Tat und montierten die ersten zweisprachigen Tafeln. Als erstes war Bad Eisenkappel an der Reihe, anschließend Sittersdorf. Es gab Freibier, Blasmusik und Chorgesang sowie durchwegs fröhliche Gesichter.

Hunderte Schaulustige
Die Spitzenpolitiker wurden in Bad Eisenkappel von Hunderten Besuchern erwartet. Bürgermeister Franz-Josef Smrtnik von der slowenischen Einheitsliste erklärte, der 16. August werde in seiner Gemeinde künftig ein Feiertag sein. "Es ist ein Tag, von dem ich nie erwartet hätte, ihn zu erleben", so Smrtnik. Auch in Sittersdorf waren Hunderte Menschen vor das Gemeindeamt gekommen, wo ein Festzelt aufgebaut war. Hier begrüßte Bürgermeister Jakob Strauß (S) die Ehrengäste. Die Feierstimmung war ebenso ausgelassen wie in Bad Eisenkappel, wo der Bürgermeister schon zu Beginn angekündigt hatte: "Das wird heute noch eine lange Feier geben."

Die restlichen Ortstafeln sollen, wie Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) angekündigt hat, bis zum 30. September aufgestellt werden. Offizielle Feiern wird es dann allerdings keine mehr geben.

Kommentare

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Dümmliche Kommentare Jahrzehnte haben Leute die sich hier aufregen auf die Kärntner hingedroschen und sie hinterwäldlerisch genannt, weil diese Frage nicht gelöst worden ist. Jetzt ist sie gelöst und die selben Leute geben ihre dümmlichen Kommentare in - nun eben in die andere Seite - ab. Schlimm, schlimmer, Brabus, technik01, Ivoir

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Re: Dümmliche Kommentare @ sidestep13: Ihnen ist schon bewußt, welche Konsequenzen diese \'beste Lösung\' hat hinsichtlich künftiger Steuergeldaufwendungen ? Die Blechtafeln sind nicht das Problem. Das sind nur die \'Blendzeichen\' für das einfache Volk. Aber Sie können ja die Slowenenvertreter fragen worum es ihnen wirklich geht. Dann überlegen Sie sich vielleicht auch Ihre Kommentare.

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Re: Dümmliche Kommentare Nein, ich überlege mir keine anderen Kommentare. Das was hier geschehen ist, ist den Slowenen im Art. 7 des Staatsvertrages zugestanden worden und gebührt ihnen. Es ist ohnehin nur ein Kompromis und nicht der Erfüllung der ihnen zustehenden gesamten Versprechungen. Egal ob ihnen dadurch zweisprachige Schulen, Gemeinde, Kindergärten und und und... zustehen. Was würden Sie sagen, wenn Ihnen ein Vertragspartner etwas zusichert und es Ihnen dann trotz schriftlicher Fixierung nicht geben würde? Übrigens - ich bin kein Slowene!

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Re: Dümmliche Kommentare @sidestep: Wäre ich Angehöriger einer anderen ähnlich großen Minderheit (zB Türke) würde ich den Staat klagen, da Artikel 6 allen österreichischen Staatsbürgern gleiche Rechte zugesteht. Aus meiner Sicht steht er daher sogar teilweise im Widerspruch zu Art 7 der Slowenen und Kroaten bevorzugt. Mal sehen wann die nächste Minderheitengruppe klagt.

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Re: Dümmliche Kommentare Ihre Argumentation lautet (Zitat Anfang):"Wäre ich Angehöriger einer anderen ähnlich großen Minderheit (zB Türke) würde ich den Staat klagen, da Artikel 6 allen österreichischen Staatsbürgern gleiche Rechte zugesteht." (Zitat Ende) Wenn der Artikel 6 - wie Sie sagen - allen ÖSTERREICHISCHEN Staatsbürgern gleiche Rechte zugesteht, dann kann ein TÜRKE, der ja KEIN Österreicher ist, diese Rechte gar nicht benaspruchen. Was meinen Sie nun wirklich?

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Re: Dümmliche Kommentare @sidestep: ich sprach von Minderheit (zB Türke), so wie im Staatsvertrag von Minderheit die Rede ist (Slowenen und Kroaten). In diesem Zusammenhang sind diese Minderheiten auch österreichische Staatsbürger. Oyes ?

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Re: Dümmliche Kommentare Das kann jetzt aber jetzt wohl nur Ihre ureigene Auslegung sein. Zeigen Sie mir bitte wo das geschrieben steht (Gesetz, Verordnung, ect.ect) dann glaube ich Ihnen das!

RobOtter
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Re: Dümmliche Kommentare @sidestep: Auf welcher Rechtsbasis würden Sie als Angehöriger der türkischen Minderheit klagen?
Die Umsetzung der Ortstafellösung basiert auf einem rechtsgültigen Vertrag (Staatsvertrag Artikel 7) und stellt daher eine Basis dar. Der Artikel 6 im Staatsvertrag spricht von Antidiskriminierung und nicht von Bevorzugung und ist damit noch lange keine Grundlage für ein ähnliche Fragestellung.
Abgesehen davon muss der Staat Österreich einer Minderheit diesen offiziellen Status verleihen, erst dann könnte diese Minderheitengruppe auf ihre Minderheitenrechte pochen und von Ihnen dargestellte Schritte anstreben.
Also vor was fürchten Sie sich?

RobOtter
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mein Kommentar war an \"brabus\" gerichtet! .

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Re: Dümmliche Kommentare @RobOtter: Abwarten. Wenns soweit ist, werden Sie es merken.

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Zeremonie Selbstbeweihräucherungen, gegenseitiges Schulterklopfen und Steuergeldvergeudung. Und die wirklichen Probleme dieses Landes werden nicht aufgegriffen. TU UNFELIX AUSTRIA.

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Re: Zeremonie soviel tam tam um nichts...

Ivoir
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Re: Zeremonie Amen! Amen?

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