Fakten von

Orlando: Was weiß man
bisher - und was nicht?

Schlimmste Massenschießerei in der Geschichte der USA

  • Handout of Orlando gay nightclub mass shooting suspect Omar Mateen
    Bild 1 von 20 © Bild: Orlando Police Department/Handout via Reuter

    Terror in Orlando

    Der Todesschütze Omar M. (29)

  • Bild 2 von 20 © Bild: Reuters

    Terror in Orlando

    Der Todesschütze Omar M. (29) war in sozialen Netzwerken aktiv.

50 Tote, 53 Verletzte: Was sich im Homosexuellen-Klub "Pulse" über Stunden abgespielt hat, ist eine Tragödie. Die Einzelheiten des Massakers von Orlando werden erst allmählich deutlich. Ein so folgenschweres Verbrechen eines einzelnen Täters hat es in den USA noch nie gegeben.

Was macht diese Gewalttat so außergewöhnlich?

Orlando geht nicht nur als schlimmstes "mass shooting" in die Geschichte der USA ein. Das Massaker hat auch ungewöhnlich viele Dimensionen: Es geht möglicherweise um Islamismus, vielleicht auch um internationalen Terrorismus, in jedem Fall um Waffengesetze sowie um die Akzeptanz von Schwulen, Lesben und anderen sexuellen Minderheiten in den USA.

Was genau ist in dem Homosexuellen-Klub passiert? Wie konnten so viele Menschen sterben?

Das ist noch nicht klar. Man muss sich das "Pulse" anders als den Konzertsaal "Bataclan", einen der Pariser Anschlagsorte, nicht als Halle mit einer Bühne vorstellen, sondern als recht verzweigtes Gebäude mit vielen Räumen. Der Täter nahm dort Geiseln. Ob die Polizei früher hätte stürmen können, muss noch geklärt werden. Auch viele Stunden nach der Tat lief noch die Bergung weiterer Opfer. Es muss ein entsetzliches Chaos gewesen sein.

© imago/Levine-Roberts Trauernde vor dem Nachtklub

War der Täter ein Islamist?

Das weiß man nicht. Der Todesschütze Omar M. soll sich bei der Polizei im Zusammenhang mit den Schüssen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt haben. Der IS reklamiert die Tat offenbar für sich. Vater und Ex-Frau beschreiben M. als nicht sehr religiös, aber psychisch labil, aufbrausend und gewalttätig. Er stand auf keiner Terrorliste und war laut FBI nicht aktuell unter Beobachtung.

© AFP/myspace.com/Handout/APA Omar M.

Wie kam M. an die Waffen?

Es heißt, er habe sie wenige Tage vor der Tat völlig legal erworben. Das ist deswegen bemerkenswert, weil M. in den vergangenen Jahren bereits zweimal in Berührung mit dem FBI kam. Einmal sei es auch um einen islamistischen Hintergrund gegangen, aber nur ganz am Rande. Der Erwerb eines Sturmgewehrs, wie es der Täter benutzte, war früher verboten, ist es aber nicht mehr. M.s Arbeitgeber, ein Sicherheitsdienstleister, sagt: Das Tragen einer Waffe gehörte bei seinem Angestellten zum Alltag.

Warum wurde ausgerechnet der Club "Pulse" das Ziel?

Auch das ist noch nicht klar. M. fuhr immerhin 170 Kilometer weit mit einem Mietwagen zu seinem Ziel. Was ihn ausgerechnet dorthin trieb: offen. Abgesehen davon natte M.s Vater im Sender NBC Hass auf Schwule als mögliches Motiv.

Wird diese entsetzliche Tat auch Thema im US-Präsidentschaftswahlkampf?

Ja, das ist sie schon jetzt. Als noch überhaupt nicht klar war, was eigentlich genau passiert ist, setzte der Republikaner Donald Trump bereits die ersten Tweets ab, stellte einen islamistischen Zusammenhang her. Um diese Äußerungen entspann sich ein heftiger Streit auf Twitter. Unabhängig davon reagierten auch seine demokratischen Rivalen Hillary Clinton und Bernie Sanders sowie viel politische Prominenz. Später forderte Trump Obamas Rücktritt und Clintons Wahlkampfausstieg, weil beide sich geweigert hätten, die Wörter "radikaler Islam" zu benutzen.

Anteilnahme auf der ganzen Welt

Ähnlich wie bei dem Attentat von Paris, drücken nun auch beim Orlando-Shooting Menschen ihre Trauer und Bestürzung online oder offline aus. In diversen Städten werden Flaggen in Regenbogenfarben aufgezogen, Gebäude bunt beleuchtet. Auf sozialen Plattformen werden Profilbilder eingefärbt und unter Hashtags wie #ImWithYou, #LoveIsLove, #LoveWins, #RainbowDirection, #gaysbreaktheinternet, #thoughtswithorlando, #PrayersForOrlando , #prayersforpeace usw. zeigen die Menschen emotionale Unerstützung.

Kommentare

neusiedlersee melden


Der Täter war Muslim. Er hasste, wie es diese Religion vorschreibt alle Nichtgläubigen. Dann hat er halt ein paar Schwule erschossen, weil die hassen die Muslime besonders.
Ja, es ist richtig, nicht alle Muslime haben Waffen, nicht alle Muslime sind Terroristen aber jeder gläubige+praktizierende Muslim hat alle, auch Nichtpraktizierende, zu hassen und wenn nötig zu töten.
So steht's im Koran.

higgs70
higgs70 melden

Naja, abgesehen davon, dass ich Zweifel daran habe, dass der Drecksack da oben überhaupt eine Ahnung von der eigenen Religion hatte (sowenig wie die irre Meuchelmörderbande IS übrigens), werden immer wieder Individuen auftreten,die entweder so indoktriniert oder von Haus aus so verbogen sind,dass sie bereit sind für ein Fanal über Leichen zu gehen, denkens an den Norweger Breivik.
Und objektiv gesehen ist der Koran (wie auch die Bibel) ein kulturhistorisches Dokument, subjektiv gesehen bestimmt den Abstand oder die Nähe zu dem Geschriebenen immer das jeweilige Kopferl.
Und was Sie wollen ist den Koran und den Islam als das immerwährende Böse konstruieren und das
ist halt erstens sehr simpel und zweitens historisch falsch, vor dreißig Jahren hatte es gar keine islamistischen Terroristen, also könnens das, wenns nicht an kognitiver Dissonanz leiden, nicht zu einer essentiellen Eigenschaft des Islam machen, noch dazu wo man eh weiß, dass es bei denen im Grunde weniger um die Religion als um Macht geht.
Und ich glaube, Sie wissen sehr genau,dass es im arabischen Raum Zeiten gab in denen drei Religionen ohne Mord und Totschlag zusammenlebten. Ich glaube Sie wissen sehr gut, dass es keine Religion und keine Ideologie gibt,in deren Namen noch nicht gemordet wurde. Ich glaube Sie wissen auch, dass niemand außer Muslimen islamfreundlich ist wie auch niemand außer Christen christentumfreundlich ist, aber tolerant sind trotzdem die meisten - Fanatiker immer und überall ausgenommen-, weils halt wissen,dass sie nicht das absolute Maß aller Dinge sind.
Bleibt sie Frage: Warum tun Sie das?

Denksport melden

Homophobe und religiöse Fanatiker wie der neusiedlersee können nun mal nicht anders. Es liegt ihnen im Blut nehm ich an.

melden

Man hat G. W. Bush massiv kritisiert, als er den "War against Terror" ausrief und dafür eine UN-Resolution (1371) erwirkte.
2009 kündigte die damalige US-Aussenministerin H. Clinton an, dass die US-Regierung den Begriff nicht mehr verwenden werde. 2013 erklärte Präsident B. Obama den "Kampf gegen den Terror" für beendet.
Offenbar eine fatale Fehleinschätzung!

Stefan.T melden

Jaja. Das Märchen vom „War against Terror“. Alles fing mit 9/11 an. Die Täter mehrheitlich aus Saudi-Arabien. Selbst der Geheimdienst wies darauf hin aber man wollte das Öl (Stichwort Halliburton) und so entstand das Märchen von den Massenvernichtungswaffen, die, das wissen wir mittlerweile, nie existiert haben.

Stefan.T melden

Jaja. Das Märchen vom „War against Terror“. Alles fing mit 9/11 an. Die Täter mehrheitlich aus Saudi-Arabien. Selbst der Geheimdienst wies darauf hin aber man wollte das Öl (Stichwort Halliburton) und so entstand das Märchen von den Massenvernichtungswaffen, die, das wissen wir mittlerweile, nie existiert haben.

Stefan.T melden

Die Verwicklung von Saudi-Arabien in die Anschläge wurde von der Bush-Regierung bewusst ignoriert. Zufall? Wohl kaum. Die mächtigsten Familien hatten zu diesem Zeitpunkt bereits Milliarden in Firmen von Bush Junior investiert und diesen Familien fühlte man sich verpflichtet.

Seite 1 von 1