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Orlando: AR-15-Halbautomat
auch in Österreich erwerbbar

Allerdings unter denselben strengen Auflagen wie alle Waffen der Kategorie B

Das laut Medienberichten bei dem Massaker in Orlando verwendete halbautomatische Gewehr vom Typ AR-15 (Kaliber .223) ist auch in Österreich erwerbbar - allerdings unter den selben strengen Auflagen wie alle Waffen der Kategorie B (hauptsächlich Pistolen/Revolver). Das heißt, der Käufer muss im Besitz einer Waffenbesitzkarte (WBK) oder eines Waffenpasses (WP) sein.

Um eines dieser Dokumente zu erhalten, muss der Antragsteller einen psychologischen Test bestehen, seine Fähigkeit damit umzugehen theoretisch und praktisch bei der Ausstellung des sogenannten Waffenführerscheins beweisen und nicht zuletzt nachweisen, dass er die Waffen sicher verwahrt, etwa in einem Tresor. Letzteres wird zumindest alle fünf Jahre von der Polizei überprüft, dabei muss auch der Waffenführerschein neuerlich erworben werden. Davon ausgenommen sind Jäger.

Trotz der Aussagen so mancher Politiker und Waffengegner gibt es für diese halbautomatischen Gewehre durchaus Schießsportbewerbe, die sich unter heimischen Sportschützen einiger Beliebtheit erfreuen. Teilweise werden diese auch in Kombination mit Kurzwaffen (Pistolen oder Revolver) sowie Schrotflinten durchgeführt. Dabei werden nicht nur Varianten des AR-15, sondern auch andere Halbautomaten, wie die zivile Version des Steyr AUG, eingesetzt.

Das AR-15 ist eine halbautomatische Version des von Eugene Stoner konstruierten US-Sturmgewehrs M16, das inzwischen weiterentwickelt wurde. Sportschützen schätzen das Gewehr aufgrund seiner Präzision, die für dieses Waffenart relativ gut ist. Zudem lässt es sich diese "Plattform" durch Zubehör und verschiedene Lauflängen gut an die jeweiligen Bewerbe anpassen.

Das nach den Terroranschlägen von Paris von der EU-Kommission formulierte und in Angriff genommene Ziel, Halbautomaten nach Möglichkeit zu verbieten und Magazine mit großer Kapazität aus dem Verkehr zu ziehen, stößt bei Sportschützen naturgemäß auf wenig Gegenliebe und vor allem Unverständnis. Terroristen sind außerhalb der USA zumeist mit vollautomatischen Sturmgewehren des Typs Kalschnikows bewaffnet - die ohnehin als Kriegsmaterial illegal sind.

Da ein Magazinwechsel in Zehntelsekunden machbar ist, erscheint auch eine Reduktion deren Kapazität wenig sinnvoll. Die unter Bill Clinton erlassene Beschränkung auf zehn Schuss für Halbautomatische Waffen brachte auch wegen hunderter Millionen von High-Cap-Magazines im Privatbesitz nichts und wurde unter George W. Bush wieder aufgehoben. Auch in den meisten Bundesstaaten, wo diese noch verboten sind, gab es immer wieder sogenannte Mass-Shootings - in Österreich ist laut Experten Derartiges mit einem halbautomatischen Gewehr bisher noch nicht geschehen.

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