Orkanartige Stürme in der Obersteiermark: Entwurzelte Bäume blockierten die Straßen

Starke Windböen haben auch Dächer abgedeckt Kärnten: Eisenbahnwaggon löst sich aus Verankerung

Orkanartige Stürme hat es in der Obersteiermark gegeben. Im Ortszentrum von Leoben entwurzelte der Wind mehrere Bäume, die zahlreiche Gebäude beschädigten und Fahrbahnen verlegten. Auf Grund einer abgerissenen Stromleitung musste eine Straße kurzfristig gesperrt werden. In Niklasdorf trug der Sturm einen Teil des Daches der dortigen Polizeiinspektion ab. Im südsteirischen Leibnitz wirbelte der Wind Isolierplatten eines Supermarktdaches auf die Straße. Auch in Kärnten hat das Unwetter einige Schäden hinterlassen. Unter anderem löste sich ein Eisenbahnwaggon, der daraufhin unkontrolliert durch Villach rollte.

Sonntag gegen 17.00 Uhr gingen die Unwetter über der Obersteiermark nieder. Besonders betroffen waren das Ortszentrum von Leoben und der Ortsteil Waltenbach. Im Gemeindegebiet von Niklasdorf riss der Sturm eine 20 KV-Stromleitung der Papierfabrik Brigl und Bergmeister ab, die auf die L122 stürzte. Die Straßenverbindung musste rund zwei Stunden gesperrt werden. Im Ortsgebiet von Niklasdorf wurde das Hausdach einer Zahnarztpraxis beschädigt.

Vom Haus der Polizeiinspektion Niklasdorf - in dem auch Wohnungen untergebracht sind - wurde durch den Sturm der westliche Dachteil abgetragen. Die herabstürzenden Ziegel- und Mauerteile beschädigten auch mehrere geparkte Fahrzeuge.

Auch der südsteirische Bezirk Leibnitz war von den Sturmschäden betroffen. In Gleinstätten trug der Sturm Isolierplatten vom Dach eines Supermarkts ab. Die Platten des neu errichteten Objekts waren lose befestigt gewesen: "Die angrenzenden B74 und die L303 waren mit den Isolierplatten übersät", so Einsatzleiter Wolfgang Waltl von der Freiwilligen Feuerwehr Gleinstätten. Mit 42 Mann und sechs Fahrzeugen wurden in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Pistorf die Fahrbahnen wieder gereinigt und die Platten befestigt.

In Graz verzeichnete man bei der Berufsfeuerwehr 23 Sturmeinsätze. Hauptsächlich wehte hier der Wind Plakatwände und Baustellenzäune um und entwurzelte Bäume, so Wolfgang Hübel von der Abteilung Katastrophenschutz und Feuerwehr der Stadt Graz. Verletzt wurde niemand.

Eisenbahnwaggon gelöst
Ein Eisenbahnwaggon ist "allein" drei Kilometer durch Villach gerollt. Ein Sturm, der über die Draustadt hinwegbrauste, dürfte eine Verriegelung gelöst haben. Verletzt wurde niemand.

Der Waggon, der zu einem ÖBB-Autoreisezug gehörte, passierte auf seiner Solofahrt mehrere Straßenübergänge, es kam jedoch zu keiner Kollision. Schließlich ratterte der Waggon ins Postverteilerzentrum, durchbrach den bei der Einfahrt angebrachten Schranken und krachte gegen eine Laderampe. Dort war die Fahrt dann zu Ende, der Schaden am Postzentrum ist beträchtlich.

Der Sturm hat in Villach zudem zahlreiche Bäume entwurzelt, die Feuerwehren waren im Großeinsatz, um Straßen wieder freizumachen und gelockerte Gebäudeteile zu sichern. Verletzt wurde niemand, die Höhe der Schäden war vorerst nicht bekannt.

(apa/red)