Organisierter Frauenhandel aufgeflogen: Neun Bandenmitglieder in Wien gefasst!

Osteuropäerinnen mussten als Prostituierte arbeiten Mit gefesselter Kleiderpuppe eingeschüchtert?

Wegen Frauenhandels sind in Wien neun mutmaßliche Mitglieder einer international organisierten Gruppierung verhaftet worden. Die Verdächtigen sollen junge Frauen aus der Slowakei, Ungarn und Bulgarien - teilweise unter falschen Versprechungen - nach Wien gebracht haben, damit sie hier als Prostituierte arbeiteten.

Nach monatelangen Ermittlungen durchsuchten Beamte mit Unterstützung der WEGA drei Lokale in Ottakring und Hernals sowie ein Dutzend Wohnungen. Eine Entdeckung gibt den Beamten Rätsel auf: Eine mit einer Kette gefesselte Kleiderpuppe inklusive blutigem Messer, die eine Edvard Munchs Bild "Der Schrei" nachempfundene Maske trug. Die Puppe fand sich in einer Art Verlies unter einer Toilette in einem Lokal in der Koppstraße, das den Frauenhändlern als Treffpunkt diente.

"Die Beamten haben das Verlies zufällig entdeckt. Als sie mit der Taschenlampe hineingeleuchtet haben, haben sie zuerst geglaubt, da unten liegt eine Leiche", schilderte Georg Rabensteiner vom Kriminalkommissariat West. Welche Bewandtnis es mit der Kleiderpuppe hat, ist unklar. Die Lokalbesitzer erklärten, von ihrer Existenz nichts gewusst zu haben. Möglicherweise hat sie dazu gedient, Mädchen einzuschüchtern.

Die Verhafteten - türkische Staatsbürger im Alter von 32 bis 43 Jahren - sind laut Rabensteiner nicht geständig. Die jungen Frauen seien ebenfalls nicht sehr kooperationsbereit gewesen. Über welchen Zeitraum sich der Menschenhandel erstreckte, ist unklar. Es sei davon auszugehen, dass die Frauen einen Gutteil ihres Lohns der Organisation "rückerstatten" musste. Die Verhafteten waren zum Teil wegen verschiedener Delikte amtsbekannt. (apa/red)