ORF-Wahl stimmt Molterer nachdenklich: Klubchef warnt vor Koalition "gegen ÖVP"

Andere Parteien marschierten "Hand in Hand" Keine Koaltion mit FPÖ und mit Hans-Peter Martin

Für ÖVP-Klubchef Wilhelm Molterer zeigt das Ergebnis der ORF-Generaldirektorwahl, dass eine "Koalition gegen die ÖVP" nach der Nationalratswahl möglich sei. "Gegen alle Prinzipien" seien SPÖ und Grüne mit FPÖ und BZÖ "Hand in Hand" marschiert, sagte Molterer in der Ö1-Reihe "Im Journal zu Gast". Gleichzeitig betonte Molterer, die ÖVP werde "keinen Koalitionswahlkampf" führen, sondern "im Gegenteil einen eigenständigen Wahlkampf."

Die Wahl von Alexander Wrabetz zum neuen ORF-Generaldirektor "sollte die Wählerinnen und Wähler nachdenklich machen: Wenn es um die Macht geht, macht die SPÖ alles", so der ÖVP-Klubchef. Das selbe gelte auch für die Grünen. Auf die Frage nach Verstimmungen innerhalb der Koalitionsregierung aus ÖVP und BZÖ sagte Molterer: "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied". BZÖ-Chef Peter Westenthaler werde schon "wissen, was er tut". Das Wahlergebnis spreche jedenfalls dafür, dass man Westenthaler etwas versprochen habe, so Molterer.

Auf Koalitionsspekulationen wollte sich VP-Klubchef nicht einlassen, schränkte aber ein: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache habe "sich selbst aus dem Spiel genommen" und Hans-Peter Martin könne "für niemanden ein seriöser Partner sein." Darüber hinaus müsse zuerst abgewartet werden, "wer denn überhaupt im Nationalrat sitzt", so Molterer.

SPÖ und Grüne werfen ÖVP "Wehleidigkeit" vor
Die gegenseitigen Anschuldigungen der Parteien in Sachen ORF reißen nicht ab. Nun wollen SPÖ und Grüne das "Wehklagen über eine angebliche Verschwörung gegen die ÖVP" im ORF, so die stv. Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, nicht mehr hören. SPÖ-Klubobmann Josef Cap sprach von einer "wehleidigen Reaktion" des schwarzen Klubobmanns Wilhelm Molterer und verwies darauf, dass auch zwei ÖVP-nahe Stiftungsräte für die Erneuerung im ORF, also für Alexander Wrabetz gestimmt hätten.

Monika Lindner und ihr Chefredakteur Werner Mück seien von sämtlichen Fraktionen im ORF Stiftungsrat abgewählt worden, betonte auch Glawischnig. Für sie zeigt das, dass sich Molterer sogar in seiner eigenen Partei "für seine Pläne, aus dem ORF einen schwarzen Parteisender zu machen, eine Abfuhr geholt" hat. (apa)