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ORF: Trimedialer
Newsroom ab 2019 geplant

Wrabetz hofft auf Realisierung des zusammengeführten Standorts bis 2021

ORF: Alexander Wrabetz will ab 2019 einen trimedialen Newsroom einführen. © Bild: Format/Lukas Ilgner

Geht es nach ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz könnte der trimediale Newsroom des ORF "2019 zu laufen beginnen". Insgesamt soll der zusammengeführte Standort am Küniglberg - inklusive Radio, Online und Landesstudio Wien - 2021 realisiert werden, wie Wrabetz am Dienstag dem Publikumsrat darlegte. Voraussetzung dafür ist ein positiver Beschluss des ORF-Stiftungsrates kommende Woche.

"Der ORF muss mit weniger werdenden Mitteln und Personal immer mehr Produkte herstellen, um sein Publikum zu informieren, zu unterhalten und zu begeistern", verwies Wrabetz auf die Notwendigkeit eines zusammengeführten Standortes für die verschiedenen Mediengattungen des öffentlich-rechtlichen Unternehmens. Während in den kommenden Monaten die Weiterentwicklung von Projekten wie Social TV, Apps oder dem multimedialen Programm-Guide ansteht, könne man heute noch nicht abschätzen, welche Plattformen 2025 relevant sein werden.

Abteilungen sollen verschmelzen

Nicht zuletzt deshalb will der ORF verstärkt auf Synergien zwischen den einzelnen Abteilungen setzen. "Es ist aber ein großes Missverständnis, dass in einem zentralen Newsroom Hunderte in einem Raum sitzen", betonte Wrabetz. Die Kernzone soll aus jenen Mitarbeitern bestehen, die die tagesaktuellen Arbeiten koordinieren und steuern. Dies betreffe etwa die Ö1 "Journale", die "Zeit im Bild"-Redaktionen oder zentrale Dienste. Insgesamt sprach Wrabetz von rund 350 Mitarbeitern aus Fernsehen, Radio und Online, die sich in räumlicher Nähe dazu befinden sollen.

An diese Informationszentrale gekoppelt wären die einzelnen Ressorts sowie Studios. "Es wäre falsch, wenn wir diesen Newsroom separat bauen und die News-Mannschaften von ihren Trägermedien abkoppeln würden", so der ORF-Generaldirektor. Dadurch soll medienübergreifend zwischen Genres und Redaktionen "enger vernetzt miteinander gearbeitet" werden können. "Es braucht nicht nur eine gemeinsame, technische Infrastruktur, sondern auch die räumliche Nähe."

Kein zentraler Chefredakteur angedacht

Trotz der Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte am Küniglberg gelte es aber, sowohl die ORF-Identität als auch die einzelnen Senderidentitäten beizubehalten und zu stärken. "Das muss sich auch räumlich auswirken. Das Ö3-Studio etwa muss die Ö3-Welt repräsentieren", erklärte Wrabetz. Einen zentralen Chefredakteur werde es seinen Angaben zufolge nicht geben, sondern sendungsverantwortliche Führungspositionen. "Die journalistische Unabhängigkeit muss abgesichert sein, ebenso wie eine Vielfalt der Zugänge." Auch werde nicht jeder Mitarbeiter ständig für alle drei Medien arbeiten, versuchte Wrabetz in diese Richtung gehende Belegschaftsbedenken zu zerstreuen.

Publikumsrat gegen Festplattenabgabe

Abgesehen vom künftigen ORF-Standort drang auch das Thema Festplattenabgabe bis zum Publikumsrat vor. Dieser sprach sich mit breiter Mehrheit gegen den jüngst von der "Plattform für ein modernes Urheberrecht" vorgebrachten Vorschlag einer Kulturabgabe in der Höhe von 50 Cent aus, die auf das ORF-Programmentgelt aufgeschlagen und demnach von der GIS eingenommen werden könnte.

Kommentare

Die Überschrift im letzten Absatz ist wohl unrichtig, weil sie genau das Gegenteil des Inhalts aussagt.

Auch im Staatsfunk bestellen SPÖ+ÖVP ihre Parteigünstlinge im Proporz. Ohne Parteibuch ist man nicht ausreichend qualifiziert. Im Publikumsrat sind von 35 Personen 31 Parteien zugeordnet. Das nennt man dann "unabhängig" - so unabhängig wie in Nordkorea & Co. Dafür müssen wir auch noch immer höhere Zwangsgebühren bezahlen.

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