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Sparen bei Eigenproduktionen

Weniger „Wir sind Kaiser“ und „Musikantenstadl“ - massive Einsparungen bei FM4 und RSO

ORF am Küniglberg © Bild: APA/Georg Hochmuth

Der unter TV-Direktorin Kathrin Zechner mit österreichischen Produktionen neu aufgestellte Mittwochabend dürfte dem Spardruck im ORF zum Opfer fallen, sollte die Gebührenrefundierung nicht doch noch fortgesetzt werden. Wie im Anschluss an die Sitzung des Finanzausschusses des ORF-Stiftungsrats am Montag zu erfahren war, könnten die eigenproduzierten Dokusoaps bald der Vergangenheit angehören und der Mittwoch wieder mit Kaufprogrammen bespielt werden. Weniger Ausgaben soll es außerdem künftig vom „Musikantenstadl“ und von der beliebten Comedy-Show „Wir sind Kaiser“ geben.

Sollte es beim Nein der Regierung zur Fortsetzung der Gebührenrefundierung bleiben, dürfte auch das Geld für das Herbstevent 2014 fehlen. Für heuer ist eine neue Auflage der „Großen Chance“ aber gesichert. Massive Einsparungen im Hörfunk stehen dem RadioKulturhaus, dem Radio-Symphonieorchester sowie dem Jugendsender FM4 ins Haus.

Auslagerungen und betriebsbedingte Kündigungen

Breiten Raum nahm bei der Sitzung am Montag der Tagesordnungspunkt Finanz- und Stellenplan 2014 ein. Die drei Szenarien, über die in den kommenden Monaten mit dem ORF-Betriebsrat verhandelt wird, lauten: Ein neuer kostengünstiger Kollektivvertrag, Auslagerungen von bis zu 1.000 Mitarbeitern oder betriebsbedingte Kündigungen. Dem Vernehmen nach stießen diese Eckpfeiler bei den Mitgliedern des Finanzausschusses auf Verständnis. Angesichts des enormen Sparvolumens von 80 Millionen Euro würden kosmetische Maßnahmen nicht ausreichen, drückte es ein Teilnehmer aus. Die Belegschaftsvertretung hat freilich bereits angekündigt, weitere Einschnitte beim Personal nicht zu akzeptieren und vor einem Ende des sozialen Friedens im ORF gewarnt.

Positivere Nachrichten gab es in der Sitzung am Montag zum vergangenen Jahr. Hier schloss der ORF-Konzern mit 3,3 Millionen Euro Gewinn (EGT) ab und die ORF-Mutter verbuchte einen Überschuss von 0,5 Millionen Euro. Für den Jahresabschluss gab es denn auch eine einstimmige Empfehlung des Ausschusses, verabschiedet wird das Ergebnis am Donnerstag in der Plenarsitzung des Stiftungsrates.

Verkauf der Rosenhügelstudios

Vom Finanzausschuss abgesegnet wurde auch der Verkauf der Rosenhügelstudios. Die Immobilie soll an ein Konsortium mit der Baugruppe Strauss & Partner Development GmbH und der Immovate Projektentwicklungs GmbH gehen und zwar zu einem kolportierten Verkaufspreis von mindestens 16,8 Millionen Euro. Auch hier wird das letzte Wort in der Plenarsitzung fallen, es ist aber damit zu rechnen, dass der Verkauf dort ebenfalls durchgewunken wird.

Vorgestellt wurde außerdem das Ergebnis der sogenannten Machbarkeitsstudie, die nun abgeschlossen ist und mit der etwaige Hoffnungen auf einen Umzug des ORF-Zentrums nach St. Marx endgültig begraben werden dürften. Die vom Architekten Manfred Wehdorn erstellte und präsentierte Machbarkeitsstudie attestiert, dass die Zusammenlegung aller Wiener ORF-Standorte inklusive des multimedialen Newsrooms auf dem Küniglberg - innerhalb des sanierten ORF-Zentrums und eines Erweiterungsbaus - realisierbar ist und zwar in bestehender Widmung, Denkmalschutz- und Budgetvorgaben.

Kommentare

Es wird immer deutlicher:
Der Staatsfunk versorgt vorher ausgewählte Parteigünstlinge lebenslang mit hochbezahlte Jobs. So nebenbei betreiben sie auch noch Radio und Fernsehen.
Billiger wäre es diesen "Verein" so wie die AUA, zu privatisieren.

hadzelvi melden

Die wollen Sparren ?
Die verlangen ehe jeden zweiten Monat zirka 50€ an Grundgebühren, wenn nur 2 Millionen Haushalte es zahlen, haben die nur an GEZ Einnahmen pro Monat um die 50 Millionen €, ohne Webe Einnahmen usw.

Wo ist das gesamte Geld ???

christian95 melden

Was können Private was der ORF nicht kann?
Private Fernsehanstalten können ganz ohne Zwangsgebühren senden????
Wer braucht mitten in Europa ein Staatsfernsehen ähnlich wie Nordkorea & Co.

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