ORF-Sommergespräch von

Köpferollen im BZÖ?

Parteichef Bucher kündigt personelle Veränderungen an. Scharfe Kritik an Scheuch

ORF-Sommergespräch - Köpferollen im BZÖ? © Bild: APA/HOCHMUTH

BZÖ-Chef Josef Bucher hat ausgeschlossen, dass bei von ihm angepeilten personellen Veränderungen langjährige prominente Parteimitglieder betroffen sein könnten. Zwar bestätigte er am Dienstagabend im ersten ORF-"Sommergespräch", dass er eine personelle Erneuerung im BZÖ anstrebt, gleichzeitig aber schloss er einige Namen dezidiert aus.

Auf keinen Fall werden die Veränderungen Ewald Stadler, Peter Westenthaler oder Gerald Grosz berühren, sagte der Bündnis-Obmann auf eine entsprechende Frage von Moderatorin Ingrid Thurnher. Er schätze diese Kollegen sehr, "weil das Mitkämpfer sind, die meinen Kurs unterstützen. Ich habe überhaupt keinen Grund, daran zu zweifeln", so Bucher.

Optimierungen geplant
Stadler, Westenthaler und Grosz gelten unter Beobachtern als Kritiker des wirtschaftsliberalen Kurses von Bucher. Dass er Änderungen plant, bejahte er: "Wir haben vor, zu optimieren, unsere Mannschaft so aufzustellen, dass sie noch effektiver Politik machen kann." Ob, wie von der Tageszeitung "Österreich" kolportiert, Generalsekretär Christian Ebner ausgewechselt wird, kam nicht zur Sprache.

Causa Scheuch: "Waren nie dicke Freunde"
Scharfe Kritik übte Bucher einmal mehr am Kärntner FPK-Chef Uwe Scheuch. Um "diesen Schaden" zu reparieren, müsse dieser "auch Konsequenzen" ziehen. "Der Rücktritt wäre eine hygienische Maßnahme", sagte der ehemalige Parteifreund Scheuchs. Eine persönliche Freundschaft habe es mit Scheuch allerdings nie gegeben: "Wir waren nie dicke Freunde. Jörg Haider hat einmal gesagt, 'Euch beide muss der Semmering und die Pack trennen, damit ihr Frieden findet'", so Bucher. Er betonte, es gebe durchaus auch Freundschaften über Parteigrenzen hinweg, beim FPK habe er aber keine Freunde mehr. "Weil wenn man einen solchen Verrat am Wähler macht, ist das nicht redlich, nicht seriös und gehört verurteilt."

Die am Dienstag von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy vorgeschlagene gemeinsamen Wirtschaftsregierung der Eurozone lehnt Bucher dezidiert ab. "Das ist er vorprogrammierte Crash der Euro-Zone." Es sei absurd, jetzt darüber zu reden, in Richtung Transferunion zu gehen. "Das versteht niemand." Darin sehe er keine Lösung der derzeitigen Krise. Einmal mehr erneuerte Bucher seine Forderung nach zwei getrennten Euro-Zonen.

Umfragen geben Bucher Hoffnung
Für die Zukunft strebt Bucher durchaus eine Regierungsbeteiligung an - aber nicht um jeden Preis. Allerdings würde er selbst mit der FPÖ prinzipiell in eine Koalition eintreten: Es komme darauf an, auf welche Programmatik man sich einigt, erklärte der Kärntner: "Wenn es zu keiner Steuersenkung kommt, sind wir nicht dabei, wenn es zu keinen Reformen kommt, sind wir nicht dabei." Einmal mehr sagte er, dass er vor allem in einer Verwaltungsreform große Einsparungspotenziale orte. Seine Partei sieht Bucher jedenfalls im Aufwind, laut Umfragen würden diese bei fünf bis sechs Prozent liegen.

Kommentare

Ivoir

\"Waren nie dicke Freunde\" Uwe Scheuch wurde verurteilt! Basta! Und jeder Show_Politiker glaubt nun, er habe die Weisheit mit Löffeln gefressen, weil er entweder zu blod oder zu weit weg war um ein Ding zu drehen

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