ORF setzt wieder auf Serien: Ab Jänner soll "Vorabend ganz neu aufgestellt werden"

"Wie bitte?" nur einmal pro Woche im Spätabend Dokusoaps und Pärchenquiz sollen Zuseher binden

Der Vorabend auf ORF 1 wird wieder zum Serienabend. Darauf einigte sich die ORF-Geschäftsführung bei ihrer Programmklausur am Wochenende. "Wir werden den Vorabend ganz neu aufstellen", berichtete ORF-Kommunikationschef Pius Strobl der APA. "Wie bitte?" wird wie berichtet zu einem wöchentlichen Magazin, das künftig um 23.30 Uhr und in der Wiederholung nach der ZiB 24 auf dem Programm steht. Die Neuerungen sollen spätestens mit 1. Jänner schlagend werden.

Moderatorin von "Wie bitte?" bleibt Eva Pölzl - ihr Kompagnon Andi Knoll soll dem ORF für andere Projekte zur Verfügung stehen. Zu einem eigenständigen Format wird künftig die Dokusoap "Rate mal, wer zum essen kommt" umgewandelt, die bisher im Rahmen von "Wie bitte?" zu sehen war. Die Sendung, in der Prominente einen Überraschungsgast empfangen, ist ab Jänner im Samstag-Vorabend zu sehen - "anstelle einer US-Serie". Das Jugendmagazin "szene" verschwindet wie erwartet mit Jahresende aus dem ORF 1-Vorabend, stattdessen gibt es dann "ein klares Serienkonzept", so Strobl.

Dokusoaps und Pärchenquiz
Abwechslung im Serienabend sollen ab kommenden Jahr Dokusoaps und ein Pärchenquiz bringen, die sich - in wöchentlichen Blöcken - in den ORF 1-Vorabend mischen werden. Die Dokusoaps werden derzeit pilotiert, näheres wollte Strobl nicht verraten. Grundsätzlich erhofft sich die ORF-Geschäftsführung mit der Aneinanderreihung von beliebten US-Serien "einen besseren audience flow und eine klare Orientierung bei den Zusehern", so der ORF-Kommunikationschef. Auf eine "massive Steigerung der Quoten" wagt die ORF-Geschäftsführung nicht zu hoffen, erwartet sich aber "eine Stärkung des Vorabends".

Ursprünglich hatte sich ORF-Chef Alexander Wrabetz eine Stärkung des Vorabends mit Hilfe von Eigenproduktionen wie "Wie bitte?", "Mitten im Achten" und "szene" erhofft. Mit dem Stiftungsrat wurde daher im Rahmen der Programmreform im April vereinbart, dass die Marktanteile in der Zeitzone von 19.00 bis 20.15 Uhr um zwei Prozentpunkte, von 55 auf 57 Prozent zu erhöhen sind - was derzeit eher unrealistisch scheint. Von der Erreichung dieses Teilziels hängt unter anderem der Direktorenbonus des Generaldirektors ab.

Keine Entscheidung über Außenübertragungen
Noch keine Entscheidung ist in Sachen Außenübertragungen gefallen. Diese sollen ja aus Kostengründen eingeschränkt werden. Ob also im nächsten Jahr der Amadeus-Award, Life Ball oder die Romy-Gala im ORF zu sehen sein werden, "wird derzeit noch evaluiert", so Strobl. Die Anzahl der Opernübertragungen wird von vier auf drei reduziert.

(APA/red)